UPS bastelt an eigenen Elektro-Lieferwagen

Der US-amerikanische Paketdienstleister UPS hat die Entwicklung eigener elektrisch betriebener Lieferwagen angekündigt. Damit die konzerneigene Elektroflotte weiter wächst, hat sich UPS auch in Sachen Ladetechnik bereits eine Lösung überlegt.

4 Jahre Projektarbeit für UPS und Workhorse

In Zusammenarbeit mit der Workhorse Group, einem Spezialisten für Elektrofahrzeuge, sollen die ersten 50 Elektro-Fahrzeuge bereits 2018 zum Einsatz kommen.

"Wir haben für dieses Projekt in den letzten 4 Jahren eng mit UPS zusammengearbeitet. Die Erfahrung von Millionen gefahrenen Straßenkilometern und Tausenden von ausgelieferten Paketen sind dort mit eingeflossen", erklärte Workhorse-Chef Steve Burns. Das Technologie-Unternehmen hat bereits Erfahrung mit der Entwicklung elektrischer Transporter gesammelt. Auch der elektrische Mini-Hubschrauber SureFly stammt aus der Feder von Workhorse Ingenieuren. UPS wird die die E-Fahrzeuge hauptsächlich in urbanen Gebieten testen, darunter in Atlanta, Dallas und Los Angeles.

"Die Technologie für Elektrofahrzeuge verbessert sich"

Die Anschaffungskosten für die E-Transporter sollen vergleichbar zu dem konventionell betriebener Dienstfahrzeuge sein. Man gehe auch davon aus, dass die Betriebskosten der neuen Plug-in-Elektrofahrzeuge geringer ausfallen werden als bei einem Diesel- oder Benzinfahrzeug. "Die Technologie für Elektrofahrzeuge verbessert sich dank der Weiterentwicklung von Batterien, Ladegeräten und intelligenten Stromnetzen stetig", so UPS.

"Die Elektro-Lieferwagen werden tagsüber ausliefern und über Nacht aufladen." Laut Workhorse bieten die E-Transporter neben dem lokal emissionslosen Fahren verbesserte Energieeffizienz, Fahrzeugleistung und Fahrerlebnis. Die UPS Elektro-Lieferwagen werden eine Reichweite von etwa 160 Kilometern aufweisen - genügend Spielraum für eine reguläre städtische Auslieferungsroute.

 

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Anteil der elektrischen Flotte soll wachsen

UPS setzt aktuell etwa 35.000 Diesel- oder Benzin-Lkw ein. Der Anteil an umweltfreundlichen Fahrzeugen soll nach dem Willen des Konzerns aber deutlich ausgebaut werden. Derzeit hat UPS mehr als 300 Elektrofahrzeuge in Europa und den USA und fast 700 Hybridfahrzeuge im Einsatz. Dazu gesellen sich ab nächstem Jahr 125 vollelektrische Semi-Traktoren, die von Tesla gebaut werden.

Darüber hinaus kündigte UPS im September 2017 an, drei mittelschwere Elektro-Lkw von Daimler, den Fuso eCanter, in die Flotte aufnehmen zu wollen. Bis 2020 soll jede vierte Neuanschaffung ein Fahrzeug mit alternativem Kraftstoff oder "fortgeschrittener Technologie" sein. Die Konzernspitze von UPS hat sich außerdem darauf verständigt, bis zum Jahr 2025 25 Prozent des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen zu beziehen und 40 Prozent des gesamten Treibstoffs durch andere Quellen als herkömmliches Benzin und Diesel zu ersetzen. "Wir sind einzigartig aufgestellt. In Zusammenarbeit mit unseren Partnern, Gemeinden und Kunden werden wir den Gütertransport transformieren," kommentiert Carlton Rose, Global Fleet Maintenance and Engineering UPS, die Konzernpläne.

Smart Charging Software als Problemlösung

Derart optimistische Zukunftsaussichten in Sachen Elektromobilität waren bei UPS nicht immer der Fall. Die Amerikaner sahen lange Zeit die fehlende, für sie ideale Ladelösung als Haupthindernis von elektrischen Lieferfahrzeugen an. Doch das soll sich jetzt ändern. Dank einer Smart Charging Software, die das Logistikunternehmen kürzlich in London installierte, konnte die örtliche Elektroflotte verdreifacht werden - auf etwa 170 E-Vans. Die Software erkennt, welche Route die Elektro-Lieferwagen am nächsten Tag fahren. Die Aufladung erfolgt dann in Abhängigkeit von der berechneten Batterieanforderung. "Das Smart Charging könnte auch eine Lösung für alle anderen, insbesondere kleine Unternehmen sein, die sich keine umfassende Ladeinfrastruktur leisten können", so UPS.

Sollte sich die Software weiterhin im Langzeittest bewähren, will UPS dieses System weltweit zur Aufstockung seiner Elektroflotte nutzen. Die Elektrifizierung in der Logistikbranche nimmt Fahrt auf. (aho)

 

Quelle: workhorse.com

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