Neue Mobilitätsform: Der Elektro-Tretroller

In den USA erobern elektrische Tretroller die Straßen, während in Deutschland die Straßenzulassung noch aussteht. Dabei bieten Elektro-Tretroller gerade im urbanen Umfeld alternative Mobilitätslösungen, die die Verkehrs- und Umweltbelastung verringern.

Elektro-Tretroller längst Trend in den USA

Dank der kalifornischen Sharingdienste LimeBike und Bird werden Elektro-Tretroller in den USA immer beliebter. LimeBike ist mit einem Fahrrad- und E-Bike-Sharingdienst bereits in 50 US-Städten und auf Universitätscampussen vertreten. Seit Februar sind jetzt auch 400 E-Tretroller von LimeBike in San Diego im Einsatz - weitere Städte wie Washington, D.C. und Seattle sollen folgen. Das kalifornische Start-up Bird eines früheren Uber und Lyft Geschäftsführers bietet die E-Scooter im Westen von Los Angeles an. Erst vor wenigen Wochen hat der Sharinganbieter in einer Investitionsrunde 100 Millionen Dollar erhalten, um in 50 weitere Städte zu expandieren.

Viele europäische Länder wie beispielsweise Österreich, die Schweiz, Finnland, Norwegen, Belgien und seit Anfang 2018 auch Dänemark haben Elektro-Tretroller ebenfalls bereits zugelassen - wenn auch zum Teil mit Geschwindigkeitsbeschränkungen. Voraussetzungen sind zudem sicherheitsrelevante Komponenten wie Vorderrad- und Hinterradbremse sowie Front- und Rücklicht, die aber schon Bestandteil der meisten Elektro-Tretroller sind. 

 

EGRET Elektro Tretroller zusammengeklappt

Zusammengeklappt lassen sich die Elektro-Tretroller wie der EGRET-TEN V2 im Kofferraum verstauen oder mit in den nächsten Termin nehmen. (© Walberg Urban Electrics GmbH)

Fehlende Straßenzulassung in Deutschland

In Deutschland und Frankreich steht die Straßenzulassung dagegen noch aus. Florian Walberg, CEO des Elektro-Tretroller-Herstellers Walberg Urban Electrics, war an der Gründung der Arbeitsgruppe TC354 WG4 für leichte Elektrofahrzeuge beteiligt. Die Arbeitsgruppe setzt sich innerhalb eines technischen Komitees in Brüssel für die einheitliche Definition des technischen Standards der neuen Fahrzeugklasse der Personal Light Electric Vehicles (PLEV) ein. Im September 2016 forderte ein Bundesratsbeschluss die Bundesregierung dazu auf, verhaltens- und zulassungsrechtliche Voraussetzungen für die Nutzung von PLEV im öffentlichen Verkehr zu schaffen. Bisher hat sich aber wenig bewegt.

Dennoch vertrauen deutsche Hersteller auf den baldigen Druchbruch: Neben Walberg Urban Electrics mit der Marke EGRET, brachte Segway im vergangenen Jahr die ersten E-Tretroller auf den Markt und auch BMW will den aufstrebenden Markt für sich gewinnen. Insbesondere für den urbanen Raum können Elektro-Tretroller eine emissionsfreie Ergänzung oder Alternative zu bestehenden Mobilitätsangeboten sein. Mit ca. 20 km Reichweite eignen sie sich für den täglichen Arbeitsweg, für Städtetouren, aber auch zur Fortbewegung in Werkshallen oder auf Veranstaltungsgeländen. (sih)

 

Quelle: Walberg Urban Electrics 

 

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(© iStock.com / adventtr)

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