Hybrid-Maschine von Siemens und Diamond Aircraft absolviert Jungfernflug

Ein vom österreichischen Flugzeugbauer Diamond Aircraft Industries gemeinsam mit Siemens entwickeltes Hybrid-Flugzeug hat seinen ersten 20-minütigen Flug gemeistert. Die Kombination der Antriebssysteme ist den Konstrukturen zufolge eine "Weltneuheit".

Mehrere Antriebssysteme

Der von Diamond Aircraft und Siemens entwickelte Hybrid-Flieger, eine umgebaute Maschine des Typs DA40, ist den Erbauern zufolge „das erste serienmäßige Hybrid-Elektroflugzeug der Welt mit zwei elektrisch angetriebenen Freistrahlpropellern und einem Verbrennungsmotor“. Wie Diamond Aircraft nun mitgeteilt hat, absolvierte die umgebaute Maschine des Typs DA40 von Diamond Aircraft am 31. Oktober seinen ersten Flug in Wien.

Die zwei Elektromotoren des Multi-Motoren-Hybrid-Fliegers erzeugen zusammen eine Startleistung von 150 Kilowatt. Damit ist ein rein elektrisches Abheben ohne Zuschaltung des Verbrennungsmotors und somit ohne den dadurch verursachten Lärm und die damit verbundene Luftverschmutzung möglich. Der Dieselgenerator befindet sich im Bug und liefert bis zu 110 Kilowattstunden (kWh) Leistung. Im hinteren Fahrgastraum sind zudem zwei Batterien mit je 12 kWh montiert, die als Energiespeicher dienen.

Drei Flugmodi möglich

Der Pilot kann den Energiefluss zwischen dem Generator, den Batterien und dem Motor steuern, und so zwischen verschiedenen Flugmodi wählen. Im reinen Elektromodus läuft der Generator nicht mit. Im „Reisemodus“ liefert allein der Generator die Leistung für den Motor, und im "Lademodus" lädt der Generator die Batterien. Während des 20-minütigen Testflugs wurden alle Modi erfolgreich ausprobiert. Das Flugzeug erreichte bei mittlerer Geschwindigkeit 130 Knoten und kletterte auf eine Höhe von 3.000 Fuß.

Redundante Architektur für mehr Sicherheit

Rein elektrisch kann das Flugzeug derzeit zirka 30 Minuten in der Luft bleiben. Durch das Hybridsystem verlängert sich die Flugdauer auf immerhin zirka fünf Stunden. Die redundante Architektur, das voneinander unabhängige Arbeiten der beiden Elektromotoren, sorgt am Himmel für eine höhere Sicherheit. Darüber hinaus, so die Flugzeugbauer weiter, werden bei diesem Konzept Energieerzeugung, -speicherung und die Schuberzeugung lokal voneinander getrennt. Dies ermögliche "ein Denken in völlig neue Richtungen".

Im Projekt, das 2013 startete, sollen in Zukunft weitere Untersuchungen bezüglich Lärmentwicklung und Leistungsfähigkeit stattfinden. Bereits 2009 hatten Siemens und Diamond Aircraft eine hybride Architektur in einen Flieger der Marke DA36 E-Star montiert. (khof)

Quelle: Diamond Aircraft

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