Suche nach dem Schuldigen für Rückruf bei Tesla

Tesla ließ vergangenen Donnerstag knapp die Hälfte seiner ausgelieferten Fahrzeuge der Model S-Limousine zurück in die Werkstatt beordern. Grund dafür sind korrosionsanfällige Schrauben, die die Servolenkung behindern können. Wer ist für diese Mängel verantwortlich?

Größte Ruckruf-Aktion bei Tesla: 123.000 Fahrzeuge

Am Donnerstag, den 29. März 2018, rief Tesla 123.000 von 280.000 bereits ausgelieferten Exemplaren des Model S zurück. Bei den Fahrzeugen, die vor April 2016 gebaut wurden, sollten vorsichtshalber die Servolenkungsbolzen in der Werkstatt ausgetauscht werden. Grund dafür sei eine beobachtete "übermäßige Korrosion" bei Schrauben der Limousine, die im Winter mit einer bestimmten Art von Streusalz in Verbindung gekommen waren. Dadurch könnte die Servolenkung beeinträchtigt werden. Es handle sich dabei allerdings um eine freiwillige Maßnahme, zu Unfällen sei es noch nicht gekommen. 

Die Aktie des Schweizer Schraubenhändlers Bossard, der seit 2010 Großkunde von Tesla ist, fiel nach den Meldungen prompt in den Keller. Über eine Pressemeldung ließ die Geschäftsleitung von Bossard nun mitteilen, dass die betroffenen Schrauben in der Servolenkungskomponente des Tesla-Model S "nicht von Bossard geliefert" worden seien. Die Suche nach dem Schuldigen geht also weiter: Schon letzte Woche wurden erste Stimmen unter anderem in der Süddeutschen Zeitung laut, dass die Schrauben von Bosch stammen sollen. Bosch hat sich dazu bislang noch nicht geäußert.

Elon Musk bleibt zuversichtlich

Die bislang größte Rückruf-Aktion wird es dem US-amerikanischen Autobauer nicht gerade erleichtern, die Negativ-Schlagzeilen der vergangenen Wochen abzuschütteln. Der schleppende Anlauf der Massenproduktion des ersten Mittelklassewagen, dem Model 3, und ein tödlicher Unfall mit dem SUV Model X ließen die Tesla-Aktie zuletzt bereits um knapp 30 Prozent sinken.

Tesla-Chef Elon Musk gibt sich dennoch weiterhin zuversichtlich: Am Ostermontag ließ er verkünden, dass erstmals mehr als 2.000 Model 3-Fahrzeuge pro Woche ausgeliefert werden konnten. Trotz deutlicher Steigerung zum vierten Quartal 2017 mit nur 2.425 Fahrzeugen, hat Musk damit das eigene Produktionsziel verfehlt. Bis Ende März sollten 2.500 Fahrzeuge pro Woche vom Band laufen. Um die Massenproduktion anzukurbeln, hat Musk nun selbst die Leitung der Model 3-Produktion übernommen und überwacht die Herstellung persönlich vor Ort. Diese Woche sollen die offiziellen Produktionszahlen von Tesla folgen. (sih)

 

Quelle: blick.ch 

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