Abgas-Skandale, Elektro-Trend, drohende Dieselverbote  - die deutsche Autoindustrie hatte in der Vergangenheit schon deutlich weniger turbulente Zeiten. Bundeskanzlerin Merkel hat anlässlich der IAA (14.-24. September) Stellung bezogen und sieht die Autoindustrie vor einem starken Umbruch. Man dürfe im Hinblick auf den asiatischen Markt nicht den Anschluss verlieren.

"Fehler müssen wieder gutgemacht werden"

"Wir haben erlebt, dass ein großer Vertrauensverlust im Blick auf die Automobilindustrie eingetreten ist", sagte Merkel im Video-Podcast. Gleichzeitig wisse man natürlich, dass die Automobilindustrie eine wichtige Säule unseres wirtschaftlichen Erfolgs ist, auch unseres Rufs als Exportnation und des Qualitätssiegels ‚Made in Germany‘.

"Die Automobilindustrie befindet sich in einem starken Umbruch", so sagte Merkel im Video-Podcast. Einerseits gebe es einen "Verlust von Vertrauen im Blick auf Dieselantriebstechnologie", andererseits seien auf der IAA auch sehr viele neue Entwicklungen zu sehen. Sie werde bei ihrer Eröffnung der Internationale Automobilausstellung in Frankfurt/Main (IAA) am Donnerstag (14.09.) deutlich machen, "dass Fehler, die passiert sind, natürlich wieder gut gemacht werden müssen".

Sie werde aber auch sagen, "dass wir auf der anderen Seite – auch im Blick auf die über 800.000 Beschäftigten in der Automobilindustrie – eine gute Zukunft für diese Branche wollen". Merkel hob hervor, dass die Autoindustrie eine wichtige Säule des wirtschaftlichen Erfolgs in Deutschland sei. Zudem stünden die deutschen Autobauer auch für das Qualitätssiegel "Made in Germany".

Absage an reinen "Elektromobilitäts-Fokus"

Dennoch räumte Merkel ein, dass es bei Elektroautos noch kein breites Angebot gäbe und die Käufer noch kein Vertrauen in die aktuelle städtische Lade-Infrastruktur hätten. Der Anfang gestalte sich schwierig und langsam.Trotzdem glaube sie an eine Besserung in beiden Bereichen. Wie bei der Solarenergie werde man keinen linearen, sondern eher einen exponentiellen Anstieg haben.

Die Bundesregierung setze bei den alternativen Antriebstechnologien auf Technologieoffenheit, heisst es in der Pressemeldung der Bundesregierung weiter. "Das heißt, wir fokussieren uns nicht ausschließlich auf die Elektromobilität, sondern wir warten, ob auch vielleicht die Brennstoffzelle oder synthetische Kraftstoffe eine Rolle spielen werden", erklärte Merkel. Diese Auffassung teilt sie mit dem FDP-Bundesvorsitzenden Christian Lindner. Linder hatte im Interview davor gewarnt, "Erwartungen in die Elektromobilität fast schon religiös zu überhöhen" und eine technologieoffene Mobilitätsforschung gefordert.

Große Chancen bringe das autonome Fahren mit sich, sagt Merkel. Schon heute gebe es zunehmend Assistenzsysteme. Der Verkehrsfluss in den Städten werde dadurch sehr viel besser, die Unfallgefährdung werde – "wenn wir es klug anstellen" – sinken. Die Ethik-Kommission, die der Bundesverkehrsminister eingesetzt habe, sei zu dem Ergebnis gekommen, dass es sogar geboten sei, das autonome Fahren wirklich nach vorne zu bringen. "Wir sollten uns diesen technologischen Möglichkeiten gegenüber sehr offen zeigen."

Forschung für Verbrennungsmotor und Elektroantrieb

Die Automobilindustrie sei eine der forschungsintensivsten Industrien in Deutschland. Die Bundesregierung könne ihr zwar nur schwer vorschreiben, wo sie nun genau forschen solle, aber man könne aus politischer Sicht Prioritäten setzen. Merkel betonte, sie könne nur hoffen, dass die deutsche Automobilindustrie – auch im Blick auf die asiatischen Märkte – nicht den Anschluss verliert.

"Auf der anderen Seite müssen wir wissen, dass wir auch noch auf Jahre und Jahrzehnte auf den klassischen Verbrennungsmotor angewiesen sein werden. Und deshalb kann man auch die Forschung in diesen Bereichen nicht völlig einstellen. Aber das richtige Maß und die richtige Mitte zu finden, das wird eine der herausragenden Aufgaben der Automobilindustrie sein."

 

Quelle: bundesregierung.de 

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