Mancher glaubt, dass Eingleisigkeit nicht die gewünschten Innovationen hervorbringen wird, mit denen sich die Mobilität von morgen gestalten lassen.

Ausschließlicher Fokus auf die Elektromobilität oder doch auch die Förderung anderer Antriebstechnologien: Ein Richtungsstreit ist entbrannt. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) jedenfalls setzt auf "Technologieoffenheit". Eine aktuelle Studie des VDMA zeigt, dass deshalb keineswegs das Interesse an Elektroautos verloren gehen muss.

"Zwingend nötig"

Während Volkswagen, wie die Welt am Sonntag berichtete, verlangt, dass der Fokus auf der Elektromobilität liegen müsse und deshalb mit dem Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) im Clinch liegt, hat der VDMA ebenfalls eine klare Meinung zum Thema geäußert: nämlich dass die "Mobilität von morgen zwingend Technologieoffenheit benötigt". Und: "Vom Fahrrad bis zum Containerschiff: In der Antriebstechnik wird auch künftig eine Vielfalt von Technologien benötigt. Der Maschinenbau treibt die Entwicklung aller Antriebsarten voran, auch in der Elektromobilität." Je nach Fahrzeug müsse die passende Antriebsart gewählt werden, um die Herausforderungen in den unterschiedlichen Anwednungsszenarien meistern zu können.

„Das Spektrum der Antriebstechnologie für die Mobilität von morgen ist größer als viele denken. Synthetische Treibstoffe aus erneuerbaren Energien zum Beispiel bieten völlig neue Möglichkeiten für den Wandel des Antriebs. Zudem sind sie notwendiger Baustein einer Sektorkopplung in der Energiewirtschaft“, betont Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer.

Update der Studie "Antrieb im Wandel"

Im April 2018 hatte der VDMA die Studie „Antrieb im Wandel“ vorgelegt, in der ein Zero Emission Vehicle Index präsentiert wurde. Dieser Index misst die Attraktivität der Elektromobilität im Vergleich zum Verbrennungsmotor.

Ein Update des Index zeigt nun, dass auf dem europäischen Markt für das Jahr 2023 die gleiche Attraktivität von Elektroautos und Autos mit Verbrennungsmotor prognostiziert wird – ein Jahr früher als in der ersten Messung. In Europa erreichen batterieelektrische Fahrzeuge und Plug-in Hybride demnach dann zusammen einen Anteil von 42 Prozent an den neu zugelassenen Fahrzeugen. Für die Märkte USA und China bleibt der Index dagegen unverändert. Demnach wird ein gleicher Attraktivitätsgrad von Elektroautos und Verbrennern in den USA erst im Jahr 2028 erreicht, in China dagegen bereits im Jahr 2022.

Getrieben wird diese Entwicklung dem VDMA zufolge in allen drei Märkten von politischer Regulierung, den Investitionen der Autoindustrie und ihrer Zulieferer sowie dem Aufbau einer Infrastruktur. In Europa sei die Infrastruktur die größte Hürde. Ihr Aufbau werde noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen. (khof)

Quelle: VDMA

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