Bernhard mattes, Präsident des VDA

Es ist sicher einer der Gründe, weshalb die Elektromobilität hierzulande bisher nicht so richtig in die Gänge kommt: Das mangelnde Angebot an Fahrzeugen verbunden mit langen Wartezeiten. Spätestens 2020 wird sich das aber ändern, glaubt der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) Bernhard Mattes. Nachholbedarf bei der Elektromobilität sieht er auch an anderer Stelle.

100 Modelle

"Allein in die Elektromobilität werden unsere Unternehmen bis zum Jahr 2020 insgesamt 40 Milliarden Euro investieren. Schon heute stammt weltweit jedes dritte Patent zur Elektromobilität und zum Hybridantrieb aus Deutschland. Bis 2020 werden die deutschen Automobilhersteller ihr Modellangebot an E-Autos mehr als verdreifachen – von derzeit 30 Modellen auf 100“, verkündete Bernhard Mattes, Präsident des VDA diese Woche auf dem jährlichen VDA-QMC-Qualitäts-Gipfeltreffen (VDA QMC: Qualitäts Management Center beim VDA).

Die Automobilindustrie stehe vor einem enormen Transformationsprozess, bedingt durch Entwicklungen wie die Digitalisierung, emissionsfreie Antriebe oder Mobility Services. Grundsätzlich habe Deutschland beim Thema Qualität seiner Autos "die Nase vorn". Der Anspruch laute, dass das auch in Zukunft so bleibt. "Doch die derzeit in Brüssel diskutierten CO2-Zielwerte für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge für die Zeit nach 2020 werden uns vor weitere große Herausforderungen stellen“, kritisierte der VDA-Präsident gleichzeitig aktuelle politische Vorhaben.

Ladeinfrastruktur und Akzeptanz

Wesentliche Faktoren würden in dieser Debatte bisher nicht ausreichend berücksichtigt: die Kundenakzeptanz bei der Elektromobilität, die noch nicht ausreichend vorhandene Ladeinfrastruktur oder auch sinkende Verkäufe von CO2-sparsamen Dieselmodellen. „Die Qualität der Fahrzeuge deutscher Konzernmarken ist die Basis unserer internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Sie zu erhalten und nachhaltige Mobilität für die Zukunft zu entwickeln, ist die Aufgabe, der wir uns mit aller Kraft widmen“, betonte der VDA-Präsident. (khof)

Quelle: VDA

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neue Arbeitsplätze werden nach Einschätzung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im Zuge der Elektromobilisierung bis 2035 entstehen. Demgegenüber steht die Prognose von ca. 114.000 verlorenen Arbeitsplätzen, davon alleine 83.000 im Fahrzeugbau.

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Fehlende staatliche Anreize oder zu wenig Geld für ein importiertes E-Auto sind noch lange kein Grund zum Verzweifeln: Der Automechaniker Alvaro de la Paz hat einen Elektromotor zum Einbauen entwickelt. In seiner Werkstatt in Mexiko-City rüsten er und seine Mechaniker die Autos seiner Kunden um.