Vier Jahre nach der Vorstellung der LiveWire, dem ersten Konzept einer elektrischen Harley-Davidson, will das Unternehmen nun in Produktion gehen. Innerhalb von 18 Monaten soll das erste elektrische Motorrad von Harley-Davidson auf den Markt kommen. 

Neuausrichtung von Harley-Davidson

Mit seinen am 30.01.2018 veröffentlichten Ergebnissen für das vierte Quartal 2017 kündigte das Unternehmen an, "aggressiver" in die Elektromotorradtechnologie zu investieren. 25 bis 50 Millionen US-Dollar pro Jahr soll in die neue Strategie fließen. Ziel ist es, Weltmarktführer auf dem Markt für Elektromotoren zu werden. Das erste Elektromotorrad soll innerhalb von 18 Monaten zum Verkauf stehen. Nicht klar ist, ob die erste elektrische Harley-Davidson auf dem LiveWire-Projekt oder einem komplett neuen Modell basieren wird. 

Die LiveWire hatte 2014 bei ihrer Präsentation großen Eindruck hinterlassen. Harley baute seitdem eine Vielzahl an Prototypen, die das Unternehmen für Testfahrten zur Verfügung stellte. Auch im Kino war die LiveWire zu sehen: Scarlett Johansson heizte damit in der Avenger-Reihe in wilden Verfolgungsjagden über die Straßen. Der nächste Schritt wäre gewesen, das Fahrzeug auf den Markt zu bringen. Das ist leider bislang nicht passiert. Bisher konnte das elektrische Konzept mit knapp 85 Kilometern Reichweite auch nicht mit Konkurrenzmodellen von Zero Motorcycles und Brammo Inc. mithalten.

Die LiveWire im Einsatz bei den Dreharbeiten zu The Avengers: Age of Ultron  (2015).

Die Entscheidung kommt zu einer Zeit, in der der Markt für elektrische Motorräder klein ist, aber wächst: In einem Bericht für 2016 prognostiziert das Marktforschungsunternehmen TechNavio bis 2020 ein Wachstum der Elektro-Motorradindustrie um 45 Prozent. Dies steht in krassem Gegensatz zu der sich verschlechternden US-Motorradnachfrage mit einem Rückgang der Einzelhandelsumsätze um 6,5 Prozent im vierten Quartal 2017.

Harleys Umsatz sank zuletzt um 11 Prozent im vierten Quartal und um 8,5 Prozent im Jahr 2017, wie am 30.01. offengelegt wurde. Die Branchenstimmen gehen stark auseinander: Einige zweifeln am Erfolg dieser Neuausrichtung des Unternehmens, gerade auch, weil der klassische Harley-Kunde auf den lauten Outlaw-Stil der Harley-Motoren setze und nicht auf Umweltfreundlichkeit. Andere wiederum sehen diesen Schritt in eine neue Richtung als dringend notwendig an und glauben, dass Harley damit positiver wahrgenommen wird und neue Kunden erschließen kann. (sih)

 

Quelle: Harley Davidson via Bloomberg

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