Bernhard Mattes VDA Präsident

Der Präsident des Verbands der Automobilindustrie, Bernhard Mattes, lobt die Anstrengungen der deutschen Autohersteller in Sachen Elektromobilität. 40 Milliarden Euro würden dafür in den nächsten drei Jahren investiert. Beim Thema Diesel-Verbote findet Mattes klare Worte.

Milliarden-Invest in eMobility und Digitalisierung

„Das Angebot an E-Modellen wird bis zum Jahr 2020 auf über 100 verdreifacht. Unsere Position in diesem Bereich wird immer stärker“, sagte Mattes im Vorfeld des 88. Genfer Autosalons, der am 8. März startet.

So hätten die deutschen Hersteller ihren Marktanteil bei Elektro-Pkw-Neuzulassungen in Westeuropa 2017 auf 53 Prozent gesteigert (Vorjahr: 50 Prozent), in Deutschland von 59 auf 66 Prozent. Auch im Elektromobilitäts-Leitmarkt Norwegen – dort sind vier von zehn Pkw-Neuzulassungen E-Autos – seien die deutschen Hersteller mit einem Anteil von 54 Prozent Marktführer. „Der Erfolg unserer Unternehmen zeigt sich unter anderem daran, dass 80 Prozent der in Deutschland gefertigten Elektroautos exportiert werden“, betonte Mattes, der mit Wirkung zum 1. März 2018 seinen Vorgänger Matthias Wissmann an der Spitze des Verbands abgelöst hatte.

Der VDA-Präsident unterstrich, dass die deutsche Automobilindustrie seit Jahren auf ihre "Fächerstrategie" setze, die alle Antriebsarten umfasst: neben der Optimierung der klassischen Verbrennungsmotoren auch die alternativen Antriebe. Die Unternehmen würden dafür 40 Milliarden Euro in den nächsten drei Jahren investieren. "Wir sind nicht nur bei der Elektromobilität mit hoher Drehzahl unterwegs, sondern auch bei der Digitalisierung. In den kommenden drei bis vier Jahren investieren unsere Unternehmen 16 bis 18 Milliaden Euro in das vernetzte und automatisierte Fahren. Die Mobilität der Zukunft wird dadurch noch sicherer, effizienter und komfortabler“, hob der ehemalige Ford-Deutschland-Chef hervor.

Genfer Autosalongims.swiss

"Zahlreiche neue, faszinierende Modelle" erwartet VDA-Präsident Mattes auf dem 88. Internationalen Automobilsalon Genf (© gims.swiss)

Vermeidung von Fahrverboten "der richtige Ansatz"

Von einem Fahrverbot für Dieselfahrzeuge hält Mattes - wenig überraschend - nichts. Das Bundesverwaltungsgericht hatte vergangene Woche geurteilt, dass Diesel-Fahrverbote grundsätzlich zulässig sind. „Leipzig hat klar gesagt, dass mögliche Fahrverbote verhältnismäßig sein müssen und nur als letztes Mittel in Frage kommen können. Zudem hat die Politik betont, dass sie alles unternehmen wolle, um Fahrverbote zu vermeiden. Das ist der richtige Ansatz, auch mit Blick auf die vielen Autofahrer, die durch die Fahrverbotsdebatte der letzten Wochen verunsichert sind.“

Der moderne Diesel werde auch weiterhin benötigt, um die anspruchsvollen CO2-Ziele zu erreichen, so Mattes. Gleichzeitig bewertete er die Forderungen nach Hardware-Updates kritisch: Die Umsetzung würde mindestens zwei Jahre dauern und brächte daher keine kurzfristige Verbesserung der Luftqualität. Jede Hardware-Nachrüstung sei zudem mit höherem Verbrauch und und damit höheren CO2-Emissionen verbunden. "Das hilft dem Klimaschutz nicht", so der 62-Jährige. Software-Updates hingegen wirkten "rasch und der Verbrauch bleibt gleich".

Trotz - oder gerade wegen - der wachsenden Herausforderungen in der Automobilbranche stehen die Anzeichen auf Wachstum. Der VDA-Chef verwies auf das gute konjunkturelle Umfeld und die seit 27 Jahren höchste Beschäftigungsquote in der Branche hin. „Wir gehen mit großer Zuversicht nach Genf. Die deutschen Hersteller werden auf dem 88. Genfer Autosalon zahlreiche neue, faszinierende Modelle zeigen", so Mattes. (aho)

 

Quelle: vda.de

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