Bewerbung Stellenmarkt

Welche Auswirkungen der Wandel hin zu alternativen Antrieben und vernetzten Autos am Ende tatsächlich auf den Arbeitsmarkt haben wird, kann keiner genau vorhersagen. Dennoch ist bereits seit geraumer Zeit Bewegung in die Personalabteilungen der Automobilbranche gekommen. Freuen dürfen sich darüber vor allem Akademiker und IT-Spezialisten, zeigt eine aktuelle Analyse von Joblift.

Deutlicher Job-Zuwachs im Bereich "Alternative Antriebe"

Der Abgasskandal und ein eventuelles Verbot des Verbrennungsmotors könnten für die deutsche Industrie weitreichende Folgen haben. Das Ifo-Institut hatte in einer im Juli veröffentlichten Analyse die Gefährdung von hunderttausenden Arbeitsplätzen in der Automobilbranche bis 2030 prognostiziert. Eine aktuelle Studie der European Climate Foundation (ECF) milderte die düstere Vorraussage allerdings ab. Um herauszufinden, wie drastisch der Wandel in der Automobilbranche durch die Entwicklungen aller Vorausicht nach tatsächlich ausfallen wird, hat die Metasuchmaschine Joblift die Lage auf dem Stellenmarkt analysiert.

Das Ergebnis: Ungefähr 7.330 der insgesamt rund 17 Millionen veröffentlichten Stellenanzeigen seit Oktober 2015 betreffen spezialisierte Jobs im Bereich der alternativen Antriebe. Die Anzahl der durchschnittlich pro Monat ausgeschriebenen Stellen stieg in den letzten zwölf Monaten auf 375 an – das entspricht einem Zuwachs von 58 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diese Entwicklung lasse ein rasches Wachstum des E-Mobilitäts-Sektors erwarten, so Joblift.

Zwei von drei Jobs entstehen im Süden von Deutschland

Wie zu erwarten, werden die überwiegende Anzahl der Stellen in den traditionsreichen Autoländern Bayern und Baden-Württemberg geschaffen, nämlich mit 31  und 34 Prozent fast zwei Drittel aller Arbeitsplätze. In allen anderen Bundesländern ist die Nachfrage mit durchschnittlich 120 Vakanzen pro Land deutlich geringer, allein in München wurden im selben Zeitraum 1.020 Stellenausschreibungen veröffentlicht.

Die Gesuche richten sich in erster Linie an hochausgebildete und auf E-Mobilität spezialisierte Fachkräfte: 87 Prozent der Ausschreibungen verlangen einen Hochschulabschluss und 53 Prozent richten sich an Ingenieure oder IT-Spezialisten. Nur für 8 Prozent der Jobs ist eine Berufsausbildung ausreichend, wohingegen 52 Prozent der konventionellen Vakanzen in der Automobilbranche kein Studium voraussetzen.

 

Die Ergebnisse der Stellenmarkt-Analyse von Joblift

Joblift Stellenmarkt Elektromobilität

Trendwende zur E-Mobilität könnte bis zu 208.500 neue Arbeitsplätze in Deutschland schaffen

Der Stellenmarkt der Elektromobilität wuchs in den letzten 24 Monaten zweieinhalbmal so stark wie die Vakanzen der konventionellen Automobilbranche. Im Jahr 2016 betrug der durchschnittliche monatliche Anstieg 7 Prozent, während sowohl die Anzeigen im sonstigen Automobilbereich als auch der gesamtdeutsche Stellenmarkt in dieser Zeit nicht einmal halb so schnell wuchsen (3 Prozent monatlich). Ausgehend von diesem starken Zuwachs und in Anbetracht der zeitlichen Entwicklung der Daten sei anzunehmen, dass bis zum Jahr 2030 208.500 Jobs in Deutschland im Sektor der Elektromobilität entstehen, interpretiert Joblift die Daten. Dies würde zwar 48 Prozent der durch das Verbot des Verbrennungsmotors wegfallenden Arbeitsplätze ausgleichen, durch das höhere Ausbildungsniveau wird sich die Personalstruktur jedoch stark verändern.

Vor allem Zulieferer betrifft der Wandel am Arbeitsmarkt

Diese Trendwende betrifft erwiesenermaßen vor allem klassische Automobil-Zulieferer. Die Technologie für alternative Antriebe stammt bisher allerdings vor allem aus China und den USA. Da die Motoren für Elektroautos weniger komplex sind und keine aufwendigen Getriebe mehr gefertigt werden müssen, geraten vor allem deutsche Zulieferer unter Druck. Dies spiegelt sich schon heute im Stellenmarkt wieder: Neben der Daimler AG (7 % aller offenen Stellen) suchen vor allem die Robert Bosch GmbH (8 %), die MBtech Group (6 %) sowie die Dräxlmeier Group (3 %) nach Fachkräften im Bereich der alternativen Antriebe.

 

Quelle & Bildnachweis: Joblift GmbH 

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