Israel plant massiven Ladesäulen-Ausbau

Die israelische Regierung hat sich den landesweiten Ausbau der Ladeinfrastruktur vorgenommen: über 2.500 neue Ladesäulen sollen in den nächsten Jahren entstehen. Für private Lademöglichkeiten ist ein weiterer Gesetzesentwurf im Gespräch.

Ausschreibung startet im Oktober 2018

Um den Ausbau der Lademöglichkeiten voranzutreiben, stellt die Regierung umgerechnet knapp 6 Millionen Euro bereit. Insgesamt 60 Schnelllade- und 2.500 Normalladestationen sollen an Schnellstraßen und in Stadtzentren installiert werden.

Eine entsprechende Ausschreibung startet noch in diesem Oktober. Die Verträge mit den Gewinnern werden voraussichtlich im Januar 2019 unterzeichnet und das Ausbau-Projekt innerhalb von zwei bis drei Jahren abgeschlossen sein, gab das israelische Energieministerium bekannt.

Folgt Israel dem Beispiel Englands?

Gegebenenfalls bleibt es nicht bei dieser Maßnahme: In Regierungskreisen wird zur Zeit über eine verpflichtende Lademöglichkeit bei Neubauten nachgedacht, wie israelische Medien berichten. Das würde die Kaufbereitschaft für E-Autos positiv beeinflussen, wie eine Umfrage des Energieministeriums unter 1.290 Autofahrern im Mai 2018 zeigt. Von den Befragten gaben 87 Prozent an, erst dann ein Elektroauto kaufen zu wollen, wenn sie das Fahrzeug direkt am Eigenheim oder zumindest in der Nähe ihrer Wohnungen aufladen können.

Auch andere Länder setzen den Fokus mittlerweile verstärkt auf die private Ladeinfrastruktur: die britische Regierung hatte im Juli ein Gesetzesvorhaben zur Installierung von Lademöglichkeiten in neu errichteten Wohnhäusernzur Installierung von Lademöglichkeiten in neu errichteten Wohnhäusern angekündigt. Auch die deutsche Bundesregierung will bestehende Hürden zur privaten Ladestation abbauen.

Der Status Quo in Israel

Die israelischen Behörden rechnen mit einem starken Anstieg der Stromer in dem Land: Jüngste Schätzungen gehen zwischen 83.000 und 127.000 E-Autos bis 2025 und rund 500.000 bis 2030 aus. Aktuell sind gerade einmal 700 reine Elektrofahrzeuge auf israelischen Straßen unterwegs. Experten nennen hohe bürokratische Hürden für Autoimporteure, mangelnde Kooperationsbereitschaft zwischen den zuständigen Behörden und die fehlende Ladeinfrastruktur als Hauptursache für den schleppenden Ausbau der Elektromobilität.

 

Quelle: xinhuat.net  / haaretz.com / hamodia.com

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öffentlich zugängliche Ladepunkte sind derzeit (Stand 30. Dezember) im BDEW-Ladesäulenregister erfasst. Davon sind 12 Prozent Schnelllader. Ende Juli 2018 waren es noch rund 13.500 Ladepunkte.

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