Der Aufbau einer eigenen Fabrik für Batteriezellen sei eine Investition in die Zukunft, ist der VDE überzeugt.

In einem neuen Positionspapier befürwortet der Technologieverband VDE eine Zellfertigung in Europa beziehungsweise Deutschland und zeigt die Chancen für „E-Mobilität Made in Germany“ auf: nämlich insbesondere die, möglicherweise an anderer Stelle wegfallende Arbeitsplätze zu kompensieren.

"Nachfrage höher als Angebot"

„Die Nachfrage nach Batterien und der dafür wichtigsten Komponenten nämlich der Batteriezelle wird zukünftig größer sein als die bislang geplanten Produktionsmengen. Europäische Unternehmen und Konsortien sollten daher eigene Zellfertigungen aufbauen. Wenn Europa diese Chance als möglicher Fast-Follower nicht ergreift und nutzt, werden weitere asiatische Hersteller die Lücke schließen – und wenn es sein muss – auch vor Ort“, gibt Patrick Heininger, Manager bei VDE Technology und Innovation und Hauptautor des Positionspapiers, zu bedenken. Der VDE ist überzeugt, dass der Einstieg in den Hochtechnologiebereich „Batterie“ anspruchsvolle neue Arbeitsplätze schafft und mit diesen den erwarteten Verlust traditioneller Arbeitsplätze in der Automobilindustrie abfedern könnte.

VDE: Marktanteil muss so hoch wie möglich werden

Obwohl Deutschland in der Grundlagenforschung an neuen Batteriezelltechnologien seit Jahren gut aufgestellt sei, findedie Zellfertigung komplett in Asien statt. Deutsche Unternehmen wie die Automobilhersteller machten sich von der Produktion in Asien abhängig. „Um den Anschluss nicht zu verpassen und in Zukunft auf Augenhöhe mit den asiatischen Herstellern agieren zu können, muss jetzt begonnen werden, Produktionserfahrungen zu sammeln. Damit wird der Aufbau einer eigenen Zellfabrik auch zu einer Investition in die Zukunft“,so Heininger.

Dabei ginge es weniger darum, den Vorsprung aufzuholen als vielmehr den Marktanteil von Zellen ‚Made-in-Europe‘ so groß wie möglich zu gestalten. Eine Zellfertigung asiatischer Hersteller in Deutschland würde zwar kurzfristig auch neue Arbeitsplätze schaffen, langfristig würde diese Option jedoch die Entwicklung einer eigenständigen Zellfertigung verhindern und die Abhängigkeit der Automobilhersteller vergrößern. Für europäische Unternehmen, die sich bislang auf die Konfektionierung von Batterien beschränkt haben, könnte der Wertschöpfungsanteil sogar noch sinken. 

Wertschöpfung auf Zellebene

Der VDE begrüßt daher die Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), die Bildung von Konsortien für die Ansiedlung von Batteriezellfertigungen in Deutschland und Europa zu unterstützen. Die durch das BMWi in Aussicht gestellte staatliche Anschubfinanzierung für eine lokale Zellfertigung schaffe neue Arbeitsplätze und ist gleichzeitig eine wichtige Maßnahme, mit der sich die Abwanderung wertvoller Fachkräfte verhindern ließe. Die eigentliche Wertschöpfung bei der Elektromobilität finde auf Zellebene statt.

Das Positionspapier „Batteriezellfertigung für die Elektromobilität in Deutschland“ ist kostenlos hier erhältlich. (khof)

Quelle: VDE

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