„Plugfest E-Mobility“ bei Audi in Brüssel

Elektroautos und das Internet der Dinge, respektive Hausgeräte, Wärmepumpen oder andere Stromverbraucher, sollen künftig zu einer Einheit verschmelzen. Möglich macht das der offene Kommunikationsstandard EEBUS. Audis e-tron spricht die neue Sprache schon.

Vernetzung über Branchen- und Herstellergrenzen hinweg

Nichts weniger als "das Energiesystem der Zukunft" soll der Kommunikationsstandard EEBUS erschaffen helfen. Durch das offene Protokoll soll eine Vernetzung von Geräten und Fahrzeugen über Hersteller- und Branchengrenzen hinweg möglich werden.

Wie das aussehen könnte, testeten Entwickler und Ingenieure der EEBUS-Initiative beim zweitägigen "Plugfest E-Mobility", das am 28. und 29. Januar im Audi-Werk Brüssel stattfand. Die Marke mit den vier Ringen engagiert sich selbst in der Initiative. Bestandteil der Tests war der Audi e-tron, dessen Ladetechnik die EEBUS-Spezifikationen bescherrscht. Der e-tron ist Audi zufolge das erste Elektroauto, das EEBUS "spricht".

Konkret wurde bei dem "Plugfest E-Mobility" getestet, wie unter anderem Photovoltaikanlagen, die Ladeinfrastruktur, Elektroautos und Heizungen störungsfrei miteinander kommunizieren könnten. Dafür wurden die Geräte und das Auto samt Ladepunkten über ein sogenanntes Heimenergie-Managementsystem (HEMS) vernetzt. Dort laufen die Informationen der angeschlossenen Geräte über Stromverbrauch und -bedarf zusammen.

Auch das HEMS muss EEBUS "sprechen"

Für das HEMS sind die zwei Firmen SMA Solar Technology und der Hager Group mit an Bord. Deren HEMS beherrschen EEBUS ebenfalls, so dass sich der e-tron zum Beispiel über das Haus-WLAN vernetzen kann.

In Zusammenspiel mit dem Ladesystem des e-tron "Connect" mit einer Leistung von bis zu 22 kW kann das Fahrzeug dann unter anderem die Batterie zu kostengünstigen Zeiten mit Strom versorgen. Die dafür nötigen Stromtarifdaten wären beispielsweise im HEMS hinterlegt. Aber auch aus den von Audikunden im myAudi-Portal gespeicherten Wünschen, wie Abfahrtzeit oder Ladezustand, kann sich das Ladeverhalten speisen.

Verfügt das Haus über eine Solaranlage, könnte der Ladevorgang auch so optimiert werden, dass sich das Elektroauto bevorzugt mit dem eigenerzeugten Strom betankt. Dazu werden beispielsweise prognostizierte Sonnenscheinphasen genutzt, die das HEMS zur Verfügung stellt, oder der aktuelle Stromfluss im Haus berücksichtigt.

Die Zukunft ist Smart Grid

Künftig sist Audi zufolge auch denkbar, dass EEBUS-Geräte stärker mit dem Energienetz interagieren. Das intelligente Stromnetz, Smart Grid, könnte also entstehen. Eine mögliche Anwendung ist eine Schnittstelle über das HEMS zum Netzbetreiber. Damit könnten E-Autos ihre Ladeplanung besser an Netzengpässe anpassen und die Stabilität des Stromnetzes gewährleisten – beispielsweise, wenn mehrere Elektroautos in einem Straßenzug gleichzeitig laden.

Die Spezifikationen des Kommunikationsprotokolls sollen Anfang Februar 2019 ausgerollt werden. Ziel ist die Etablierung eines europaweiten Standards. (khof)

Quelle: Audi

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