Bosch steigt bei Brennstoffzellen-Entwickler Ceres Power ein

Gemeinsam mit dem britischen Technologie-Spezialisten Ceres Power will Bosch die Entwicklung der Festoxid-Brennstoffzellen (SOFC) vorantreiben. Die Technologie soll unter anderem in Ladesäulen zum Einsatz kommen.

Beide Unternehmen unterzeichneten am 20. August eine entsprechende Kooperations- und Lizenzvereinbarung zur Entwicklung der solid oxide fuel cell, kurz SOFC. Bei Bosch, das sich mit vier Prozent an Ceres Power beteiligt, soll außerdem eine Kleinserienfertigung der Brennstoffzellen aufgebaut werden.

SOFC als unabhängige Kraftwerke

„Das Ziel unserer Kooperation mit Bosch ist es, einen neuen Industrie-Standard für Festoxid-Brennstoffzellen für die dezentrale Energieversorgung zu setzen“, sagt Phil Caldwell, CEO von Ceres. Sein Unternehmen will die SOFC-Technologie zur Industriereife führen und sie für die vernetzte und dezentrale Energieerzeugung einsetzen.

Der Plan: Es sollen kleine Kraftwerke entstehen, die überall in der Stadt sowie in Industrie- und Gewerbegebieten platziert werden können. „Schon heute schlucken Metropolen 75 Prozent der weltweit verbrauchten Energie. Bis 2035 wird der Energieverbrauch weltweit um 30 Prozent steigen“, erklärt Caldwell. „Dieser erhöhte Strombedarf kann in Zukunft nicht mehr nur mit großen, zentralen Kraftwerken abgedeckt werden.“ Das SOFC-System könne außerdem auch in Ladesäulen für Elektrofahrzeuge Anwendung finden.

So funktionieren SOFC

Mit der SOFC-Technologie werden Erdgas oder Wasserstoff durch eine elektrochemische Reaktion im Inneren der Brennstoffzelle, im sogenannten Stack, in Elektrizität umgewandelt. „Dieser Prozess ist besonders umweltschonend, die Emissionen sind deutlich geringer als bei Verbrennungskraftwerken“, betont Caldwell. In Zukunft soll ein SOFC-Modul eine elektrische Leistung von 10 kW erzeugen. Für einen höheren Energiebedarf ist eine Vernetzung beliebig vieler Module mit gleicher Leistung vorgesehen.

SOFC-Systeme können helfen, Schwankungen in der Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen auszugleichen und regenerativ hergestellten Wasserstoff umweltschonend in Strom umzuwandeln. „Durch die hohe Flexibilität der standardisierten Anlagen können unter anderem Lastspitzen besser und vor allem schneller abgedeckt werden als von herkömmlichen Anlagen“, führt der Ceres-Chef aus.

„Die hocheffiziente Brennstoffzelle mit sehr geringen Emissionen ist für Bosch ein wichtiger Beitrag zur Versorgungssicherheit und Flexibilität des Energiesystems“, sagt auch Bosch-Geschäftsführer  Stefan Hartung, der unter anderem den Unternehmensbereich Energy and Building Technology verantwortet. „Die Brennstoffzellentechnologie wird die Energiewende einen weiteren Schritt nach vorne bringen – daran werden wir mit unserem Entwicklungspartner Ceres Power arbeiten.“ (aho)

 

Quelle: Bosch

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