Wien testet autonom fahrende Elektrobusse

In der österreichischen Haupstadt wird derzeit die mögliche Zukunft des ÖPNV getestet: Mit selbstfahrenden E-Bussen ist vergangene Woche ein Pilotprojekt unter der Gesamtleitung der Wiener Linien gestartet.

2 Kilometer lange Teststrecke ab 2019

Die Fahrzeuge waren am 20. Juli zum ersten Mal im Wiener Stadtteil Seestadt unterwegs. Die Teststrecke betrug knapp mit 500 Meter und führte von der U-Bahn-Station „Seestadt“ zum Technologienzentrum der Aspern Smart City Research (ASCR) und wieder retour.  An Bord befanden sich außer den Fahrgästen ein gesetzlich vorgeschriebener menschlicher „Operator“, der bei Bedarf aktiv in das Fahrgeschehen eingreifen kann.

Nach der erfolgreichen Jungfernfahrt sind für Herbst 2018 weitere, längere Testfahrten rund um die U-Bahn-Station geplant. Fahrgäste können auf dieser Strecke aber erst ein halbes Jahr später mitfahren, wenn der reguläre Testlinienbetrieb im Frühjahr 2019 aufgenommen wird. Kinderwagen und Rollstühle sind an Bord der elektrisch betriebenen Shuttles nicht erlaubt. Aus Sicherheitsgründen muss bei jeder Fahrt ein Operator anwesend sein. Dafür können die Passagiere kostenlos mitfahren.

"Die Seestadt ist ein ideales Umfeld für eine Pilot-Linie. Einerseits, weil hier ein urbanes Umfeld entstanden ist, das dennoch weniger komplex ist, als Strecken im Zentrum. Andererseits, weil die Seestadt ein innovatives Wohnumfeld ist – ein Urban Lab bzw. Testgebiet der Smart City Wien", so die Wiener Linien.

"Noch steckt der Elektrobus in den Kinderschuhen"

Da es sich um ein reines Forschungsprojekt handelt, gelten vorerst strengere Vorgaben als bei einem klassischen Buslinienbetrieb:  insgesamt dürfen nur zehn Fahrgäste in jeweils einem Elektrobus mitfahren. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit der Fahrzeuge beträgt 20 km/h. Auch die Wetterbedingungen müssen passen, damit die E-Shuttles ihren Betrieb aufnehmen können. „Noch steckt der Bus in den Kinderschuhen, in Wien soll er erwachsen werden", betont Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer. 

Zu dem Projektkonsortium unter der Gesamtleitung der Wiener Linien und der wissenschaftlichen Leitung des AIT (Austrian Institute of Technology) gehören das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit), der TÜV Austria, Siemens AG Österreich sowie der französische Bushersteller Navya. 

 

Quelle: Magistrat der Stadt Wien

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