Tee, Kaffee und Äpfel für mehr Reichweite bei E-Bikes

Ein junges Forscherteam entwickelt mit Unterstützung des Spezialchemie-Herstellers Kuraray einen besonderen Akku aus Bioabfällen, der für höhere E-Bike-Reichweiten sorgen soll.

E-Bikes noch nachhaltiger machen

CO2-Emissionen reduzieren und E-Bike-Antriebe noch umweltfreundlicher herstellen: Das ist das Ziel der jungen Forschergruppe „Mobilität“. Mit Superkondensatoren, hergestellt aus biologischen Abfällen wie Tee, Kaffeesatz oder Apfelschalen, wollen die drei Nachwuchsforscher die Ladeeffizienz und Reichweite von E-Bikes erhöhen. Bei der Entwicklung werden sie vom Spezialchemie-Hersteller Kuraray als Sponsor unterstützt. 

„Wir nutzen Superkondensatoren, auch Supercaps genannt, für unser E-Bike-Projekt, weil sie weitaus umweltfreundlicher und effizienter sind als klassische Akkus“, sagt Sebastian Durchholz aus Frankfurt und ergänzt: „Sie besitzen eine zehn- bis hundertfach größere Leistungsdichte als Akkus und ermöglichen damit eine deutlich schnellere Aufladung der E-Bike-Elektroantriebe.“

Im praktischen Gebrauch zeigt sich außerdem, dass E-Bikes mit Supercaps-Antrieb eine wesentlich höhere Reichweite erzielen können – dank der Aktivkohle, die als Elektrodenmaterial zum Einsatz kommt. Werden herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus mit Supercaps kombiniert, lassen sie sich zudem deutlich schneller laden und können auch die bei der Rekuperation zurückgewonnene Energie effizienter aufnehmen. Gleichzeitig erhöht sich die Lebensdauer der Batterie, da sie so stärker geschont wird. 

Doppelter Klimaschutz durch "Ökocaps"

Mit recyclebaren Materialien sollen die Superkondensatoren noch umweltfreundlicher werden. Eigens für das E-Bike-Projekt testete das junge Forschungsteam im Batterieforschungszentrum der Universität Münster „Ökocaps“ aus biologischen Abfällen wie Tee, Kaffee, Äpfeln und Kartoffelschalen. Kuraray stellt den Nachwuchsforschern für weitere Experimente Aktivkohle aus Kokosnussschalen zur Verfügung. „Im Vergleich zu gewöhnlichen Akkus wird bei der Produktion von Supercaps deutlich weniger CO2 freigesetzt“, erläutert Robert Fuss, Leiter New Business Development PVB. „Deshalb unterstützt Kuraray das junge Forscherteam gerne bei der Entwicklung von nachhaltigen Energiespeichern.“

 

Kuraray Foto 2 Forschergruppe Mobilität bei Kuraray 2


Kuraray unterstützt die Nachwuchsforscher Tom Hinzmann, Sebastian Durchholz und Tony Oehm (vorne v.l.) bei ihren Forschungen an E-Bike-Akkus aus Bioabfällen (hinten v.l. Robert Fuss, Leiter New Business Development PVB, Doris Dörsam, Fachbereichsleiterin Freiherr-vom-Stein Schule, Marco Leon Wehner, Fachlehrer Freiherr-vom-Stein Schule).

Siegerteam bei ‚Jugend forscht‘

Das Forscherteam erreichte bei „Jugend forscht“ in der Kategorie Physik den 1. Platz im Regionalwettbewerb Frankfurt und den 3. Platz im Landeswettbewerb Hessen. Auch beim landesweiten Nachwuchswettbewerb hat sich das Trio erfolgreich beworben. Jetzt wollen die Jungwissenschaftler ihr Projekt möglichst bald zur Marktreife bringen. Eine Patentanmeldung ist bereits in Vorbereitung. (sih)

 

Quelle: Kuraray

0
0
0
s2smodern

Newsletter-Registrierung

Ihr wöchentliches eMobilUpdate - informativ und mit weiterführenden Inhalten, kuratiert von der eMobilServer Online-Redaktion.
 

Unser Veranstaltungs-Tipp

Ladeinfrastruktur ko

(© iStock.com / adventtr)

Am 2.-3. Juli lädt der E-Mobility Lab in Darmstadt zum Austausch und Diskutieren ein. Wie baut man erfolgreiche Geschäftsmodelle auf und integriert die Elektromobilität in ein flexibles Stromnetz?.Experten geben einen Überblick über rechtliche Rahmenbedingungen sowie LIS-Lösungen für den öffentlichen Raum und den privaten Bereich.

Zur Tagung

Zahl der Woche

Elektromobilität Zahl der Woche

19

Prozent weniger Strom wurde im ersten Quartal 2019 in Kohlekraftwerken produziert als noch im Vorjahreszeitraum. Speisten sie im ersten Quartal 2018 noch rund 63 Mrd. kWh Strom ein, so waren es 2019 rund 51 Mrd. kWh – ein Rückgang um 19 Prozent.

Video-Fundstück

Hier stellen wir interessante, kurze Videos zum Thema Elektromobilität und Energie aus dem World Wide Web vor.

In Bamberg hat der E-Scooter-Anbieter Bird bereits Fuß gefasst in Sachen "Mikromobilität": dort sollen die elektrifizierten Kleinfahrzeuge den ÖPNV attraktiver machen und Menschen dazu bringen, eher das Auto stehen zu lassen. Wie alltagstauglich sind die E-Scooter?