Wie sieht die optimale Ladeinfrastruktur aus?

Längst sind nicht alle Verteilernetze in Deutschland darauf ausgelegt, eine größere Zahl von Elektroautos gleichzeitig zu laden. Doch welche Maßnahmen ermöglichen eine optimale Ladeinfrastruktur? Die Antwort auf diese Frage wollen Netzbetreiber und Autoindustrie in dem Forschungsprojekt "Ladeinfrastruktur 2.0" finden.

Mehr Flexibilität bei der Netzplanung

Mehr Elektroautos auf den Straßen – das bedeutet zwangsläufig auch mehr Ladevorgänge, deren Integration in das Stromnetz gut geplant sein will. Der Netzausbau und sogenannte Smart Grids sind wichtige Faktoren, wenn es darum geht, flexibel auf die Verbreitung von Elektroautos reagieren zu können. Das Problem für die Netzbetreiber: Wer in Erwartung einer großen Zahl elektrischer Fahrzeuge seine Stromkabel oder Trafo-Stationen ausbaut, könnte eine Fehlinvestition tätigen, wenn die Prognose nicht eintrifft. Umgekehrt könnten Netzengpässe auftreten, wenn sich mehr Anwohner als angenommen ein Elektroauto anschaffen.

Um Stromnetzbetreibern mehr Sicherheit und Flexibilität in Sachen Netzplanung und Aufbau der Ladeinfrastruktur zu geben, ist Anfang April das Forschungsprojekt „Ladeinfrastruktur 2.0“ unter der Koordination des Fraunhofer Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE gestartet. Forschungseinrichtungen, Netzbetreiber, Energieversorger, Autohersteller und -zulieferer wollen darin gemeinsam herausfinden, wie sich die Netze auf volkswirtschaftlich sinnvollste Weise für die Elektromobilität rüsten lassen.

„Sowohl Netzbetreiber als auch Autoindustrie arbeiten daran, ihren Beitrag zur Netzintegration der Elektromobilität zu leisten. Bislang tun sie das aber weitgehend unabhängig voneinander. Unser Forschungsprojekt „Ladeinfrastruktur 2.0“ bringt nun beide Seiten zusammen“, fasst Projektleiter Dr. Bernhard Ernst das auf vier Jahre angelegte Projekt zusammen.

Ladetechnik an Bord: Die Autohersteller sind gefragt

Ein zentrales Ziel ist, den Netzbetreibern ein Instrument an die Hand zu geben, mit dem sie ihre Netzplanung dynamisch an die Entwicklung der Elektromobilität anpassen können. Zudem sollen Autohersteller und -zulieferer auch mit Blick auf die internationalen Märkte dabei unterstützt werden, die aus Systemsicht optimalen technischen Lösungen für die Ladekomponenten der Autos zu finden.

Auch weitere Faktoren für eine perfekte Ladeinfrastruktur sind Teil des Forschungsprojektes: Die Projektpartner wollen auch Empfehlungen für Normen aussprechen – etwa zu den Netzanschlussbedingungen, für die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Netz oder Ladestation sowie für die Einbindung von Elektrofahrzeugen in ein Smart-Home-System.

Gesamtwirtschaftlich optimale Lösungen für Netze und Fahrzeuge

„Die Instrumente für die Integration der Elektromobilität in die Netze sind bekannt: der Netzausbau zum Beispiel, die Ladesteuerung, das bidirektionale Laden oder die Koppelung der Fahrzeuge mit dem Energiesystem von Gebäuden“, sagt Projektleiter Ernst. „In unserem Projekt geht es jetzt darum, all das zusammenzuführen. Ziel ist es, gesamtwirtschaftlich optimale Lösungen für Netze und Fahrzeuge zu finden.“

Beteiligt am Forschungsprojekt „Ladeinfrastruktur 2.0“ sind neben dem Fraunhofer IEE die Universität Kassel, der Stadtwerke-Verbund Thüga mit den Partnerunternehmen sw netz und BS Energy, die Netzbetreiber Stromnetz Hamburg, Netze BW und Stadtwerke München sowie Volkswagen und Continental als Vertreter der Autoindustrie. Um weitere Netzbetreiber,  Fahrzeughersteller und andere Interessengruppen einzubinden, sind regelmäßig stattfindende Workshops angedacht. Dort sollen Anregungen und Einschätzungen ausgetauscht  sowie über die Zwischenergebnisse von „Ladeinfrastruktur 2.0“ informiert werden. Die erste Veranstaltung dieser Art findet Mitte August 2019 in Stuttgart statt. (aho)

 

Quelle: Fraunhofer IEE

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