Bild einer Stadt in Asien bei Nacht

Das Fraunhofer ISI hat in der Studie „Lithium-Ionen-Batterien für die E-Mobilität“ untersucht, welche Länder führend sind. Deutschland landete auf den hinteren Plätzen. Die Zellfertigung müsse „jetzt“ vorangetrieben werden, raten die Forscher. Ansonsten könnten Deutschland und Europa den Anschluss endgültig verlieren.

Dynamik sinkt

Den Forschern des Fraunhofer-Instituts für System und Innovationsforschung (ISI) zufolge, die die Positionierung von Japan, Südkorea, China, den USA, Deutschland und Frankreich als Batteriestandort anhand von 30 Indikatoren wie Nachfrage, Marktstrukturen, Forschung oder Technologie geprüft haben, landeten Deutschland und Frankreich hinten. Bei allen Ländern, mit Ausnahme Chinas, das seine Führungsposition behauptet hat, habe die Dynamik nachgelassen.

Und das, obwohl die globale Batterienachfrage steigen soll: laut Fraunhofer sogar „drastisch“. 2025 dürfte sie laut Dr. Axel Thielmann, der die Studie leitete, bei 1 bis 1,5 Terawattstunden und 2030 bereits bei drei bis sechs Terawattstunden liegen.

Großteil der Wertschöpfung im Ausland

Allerdings müssten mögliche europäische Zulieferer mit Blick auf die Batteriezellfertigung „jetzt reagieren“, um nicht das Nachsehen zu haben. Bauten doch die asiatischen Zellhersteller aus China, Japan und Korea ihre Fertigungskapazitäten in Europa schon heute aus. Geplant sei die Ausweitung der Produktion von derzeit etwa zehn Gigawattstunden auf zirka 60 bis 100 Gigawattstunden in den kommenden Jahren an mehreren europäischen Standorten.

Der Aufbau der deutschen beziehungsweise europäischen Zellfertigung habe sich in den vergangenen Jahren mehrfach verzögert. Zwar stehen mehrere Konsortien und Hersteller in den Startlöchern. Ein reines „Halten der Position“ in diesem bevorstehenden Wachstumsmarkt werde aber in Zukunft nicht ausreichen und könne langfristig sogar das Aus für den deutschen und europäischen Batteriestandort bedeuten, warnen die Forscher. Ein großer Teil der Wertschöpfung – ausgenommen die Systemintegration von Batteriezellen als letzter Schritt in der Wertschöpfungskette, bei der Deutschland besser positioniert sei – finde heute im Ausland statt.

„Tipping Point“ steht bevor

Laut Fraunhofer ISI ist nur noch bis 2025 Zeit, um eine wettbewerbsfähige Zellfertigung aufzubauen. Zu diesem Zeitpunkt werde voraussichtlich der „Tipping Point“ der Elektromobilität – der Übergang vom Nischen- in den Massenmarkt – erreicht.

Wollen Deutschland beziehungsweise Europa langfristig im Zellgeschäft erfolgreich sein, sind laut der Studie mittelfristig mindestens zehn Milliarden Euro sowohl in die produktionsnahe Forschung und Entwicklung als auch in den Aufbau einer Zellproduktion zu investieren. Langfristig seien Investitionen im 100-Milliarden-Euro-Bereich nötig. Einen Großteil davon müsse die Industrie finanzieren, sind die Studienautoren überzeugt. Die öffentliche Hand könne nur einen Bruchteil beisteuern. (khof)

Quelle: idw

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