Deutsche Städte setzen zunehmend auf Elektrobusse

Die Elektrifizierung der deutschen Busflotten im ÖPNV wächst stetig – und ein Ende ist nicht in Sicht. Das zeigt eine Auswertung des „E-Bus-Radars“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC).

Der Elektrobus-Markt wird attraktiv(er)

In Deutschland sind täglich circa 40.000 Busse im Einsatz – gerade einmal 608 davon sind elektrifiziert. Diese Zahl wird aber zeitnah deutlich steigen, so das Fazit des zweiten „E-Bus-Radars“ von PwC. Die Umstellungs-dynamik zeigt sich demnach am deutlichsten, wenn man die städtischen Beschaffungspläne für Busse mit alternativen Antriebsformen betrachtet: Allein Berlin hat 1.590 neue Fahrzeuge bestellt, Kiel, Wiesbaden und Bremen jeweils mehr als 200. Auf den Rängen 5 und 6 folgen Nürnberg (160) und Hamburg (117).

Die meisten dieser Fahrzeuge werden rein batterieelektrisch fahren und vorerst testweise eingesetzt. Wenn weitere Umstellungen folgen, werde auch der deutsche Elektrobus-Markt für die Hersteller zunehmend attraktiv, prognostiziert PwC. Volvo, EvoBus und Solaris sind die aktuellen Marktführer in Deutschland. Sie teilen sich gemeinsam mit MAN und Hess zurzeit 80 Prozent des Marktes.

Hybridantriebe aktuell die populärste Diesel-Alternative

Ende Juli 2018 waren 186 rein elektrisch angetriebene Busse (Batterie, Brennstoffzelle, Oberleitungs-Bus) im Einsatz- gerade einmal 15 mehr als Ende 2017. Das Gros wird in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Hamburg und Niedersachsen betrieben. Unter den Städten ragt die „O-Bus-Stadt“ Solingen mit 54 Exemplaren heraus. Betrachtet man nur die batterieelektrisch oder via Brennstoffzelle angetriebenen Busse, bilden Hamburg (15), Köln (10) und Berlin (8) per Ende Juli die Top 3.

Die beliebteste Alternative zum Dieselbus ist derzeit klar der Hybridantrieb: Alleine 422 Hybridbusse sind aktuell im Einsatz. Die Top 5 der Hybridbus-Bundesländer sind Niedersachsen (96), Nordrhein-Westfalen (89), Hamburg (60), Sachsen (52) und Baden-Württemberg (49). „Allerdings sind Hybridantriebe lediglich eine Brückentechnologie hin zum reinen Elektroantrieb. Um die gesamte Flotte von etwa 40.000 Bussen umzustellen, sind massive Steigerungen bei Bussen nötig, die elektrisch fahren“, schreiben die PwC-Autoren.

 „Eine Antriebswende im straßengebundenen ÖPNV ist vor dem Hintergrund der Luftreinhalteproblematik in den Städten eine Schlüsselmaßnahme. Um aber eine echte Mobilitätswende einzuleiten, muss das öffentliche Verkehrsangebot zudem massiv ausgebaut und attraktiver gestaltet werden“ sagt Hansjörg Arnold, Partner und Leiter des Bereichs Infrastructure & Mobility bei PwC. „Nur so lassen sich letztendlich die Lebensqualität, insbesondere in den Städten, verbessern und die Klimaziele erreichen.“ (aho)

 

Quelle: PwC

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