Mercedes-Benz zeigt Mobilitätskonzept Urbanetic

Mit einem modularen, selbstfahrenden Elektro-Stadtfahrzeug will Mercedes-Benz die Trennung von Personenbeförderung und Gütertransport aufheben: Der Vision Urbanetic kann je nach Anforderungsprofil seinen Aufbau ändern.

Das Urbanetic-Konzept basiert auf einem autonom fahrenden, elektrisch betriebenen Skateboard-Chassis, auf dem unterschiedliche Wechselaufbauten für die Personenbeförderung oder den Gütertransport aufgebaut werden können. Im Chassis sind alle Fahrfunktionen untergebracht, so dass das reine Fahrgestell auch ohne Aufbau zum nächsten Einsatzort gelangen kann.

Ridesharing On-Demand

Als Ride-Sharing-Fahrzeug kann der Vision Urbanetic bis zu zwölf Passagiere befördern, die sich acht Sitz- und vier Stehplätzen teilen. Fahrten mit optimal gesteuerten Strecken und Zusteigemöglichkeiten lassen sich on demand online buchen. „Flexible Fahrpläne und Routen machen den Vision Urbanetic auch für Pendler attraktiv. Sie können auf ein eigenes Fahrzeug verzichten, ohne sich in ihrer Mobilität einschränken zu müssen“, erklärt Mercedes-Benz.  

Über verschiedene Kamera- und Sensorsysteme nimmt das Fahrzeug seine Umgebung wahr: Fußgänger, die vor dem Vision Urbanetic die Straße überqueren, sollen durch ein „großzügiges“ Display in der Fahrzeugfront mittels speziellen Animationen informiert werden, dass sie wahrgenommen wurden. Auch im Innenraum geht es vernetzt zur Sache: Ein 360-Grad-Halo-Display an der Decke zeigt zum Beispiel Basisinformationen zur Route an. Über Augmented Reality können sich die Fahrgäste Vorschläge zur Streckenführung für weitere Ziele in der Stadt anzeigen lassen.

Im Cargo-Modul können bis zehn Europaletten transportiert werden. Das Modul lässt sich in zwei Ebenen unterteilen; das Laderaumvolumen liegt bei 10 m3. Durch den Verzicht auf den Fahrerarbeitsplatz lässt sich der frei gewordene Raum für zusätzliche Passagiere oder ein höheres Gütervolumen nutzen. Alternativ lässt sich der Vision Urbanetic mit einem vollautomatisierten Laderaumsystemen ausstatten und kann als mobile Paketstation zur Auslieferung auf der letzten Meile genutzt werden.

  • Das Chassis ähnelt einem Skateboard

    Das Chassis ähnelt einem Skateboard

    © Daimler
  • Im People-Mover-Modul finden 12 Personen Platz

    Im People-Mover-Modul finden 12 Personen Platz

    © Daimler
  • Der Laderaum des Vision Urbanetic ist 3,70 Meter lang

    Der Laderaum des Vision Urbanetic ist 3,70 Meter lang

    © Daimler
  • Mit dem Urbanetic-Konzept sollen alle Einsatzzwecke bedient werden

    Mit dem Urbanetic-Konzept sollen alle Einsatzzwecke bedient werden

    © Daimler

    Echtzeit-Analyse von Angebot und Nachfrage

    Der Wechsel der Module erfolgt automatisiert oder alternativ manuell und soll im automatisierten Ablauf „nur wenige Minuten“ dauern. Der Vision Urbanetic fährt dafür zu einer Wechselplattform. Vor der Entriegelung des Aufbaus heben hydraulisch gesteuerte Stützen auf der Fahrbahn  das Fahrzeug leicht an. Die Hinterräder werden entriegelt und nach außen ausgefahren. Durch die Verbreiterung der hinteren Spurweite wird der Weg frei, um den Wechselaufbau auf einem Schienensystem nach hinten gleiten zu lassen. Danach wird das Chassis mit einem neuen Modul bestückt.

    In der Steuerungszentrale Vehicle Control Center sogenannten analysiert das Fahrzeug in Echtzeit Angebot und Nachfrage in einem definierten Gebiet. Daraus soll autonom fahrende Flotte entstehen, deren Routen auf Basis des aktuellen Beförderungsbedarfs geplant werden. "Das Konzept reduziert die Verkehrsströme, entlastet innerstädtische Infrastrukturen und trägt zu einer verbesserten urbanen Lebensqualität bei", so Volker Mornhinweg, Leiter von Mercedes-Benz Vans. Mit Ausnahme von Ladezeiten und Wartungsstopps soll jeder Vision Urbanetic an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr genutzt werden können.

     „Der Elektroantrieb des Vision Urbanetic ermöglicht lokal emissionsfreie Mobilität und macht ihn somit zum perfekten Fahrzeug für Innenstädte und Zentren, in denen beispielsweise gesetzliche Einfahrrestriktionen herrschen“, führt Mornhinweg aus. Zudem eröffne der nahezu lautlose Elektroantrieb auch neue Optionen in der Spät- oder Nachtzulieferung und böte daher große wirtschaftliche Potenziale. Wann das Urbanetic-Konzept wirklich spruch-bzw. straßenreif ist, könnte es laut Mornhinweg zwar noch „ein paar Jahre dauern“.  Auf privatem Gelände oder auf festen öffentlichen Routen sei der Einsatz aber schon deutlich früher denkbar. (aho)

    0
    0
    0
    s2smodern

    Unser Veranstaltungs-Tipp

    Ladeinfrastruktur ko

    (© iStock.com / adventtr)

    Um Praxisorientierte Lösung von Ladestationen geht es am 30. November im Bremen. Anhand von konkreten Referenz-Projekten aus dem privaten Umfeld, Firmenstandorten, öffentlichen Ladeeinrichtungen und Parkhäusern wird auf Herausforderungen der Planung und Implementierung von Ladeinfrastruktur eingegangen.

    Mehr Infos zum Event

    Zahl der Woche

    Elektromobilität Zahl der Woche

    200

    Schiffe mit Elektro- oder Hybridantrieb sind bisher vom Stapel gelaufen. Norwegen ist bei E-Schiffen führend (40 % ) - vor Frankreich (20 %) und den USA (7%).

    Video-Fundstück

    Hier stellen wir interessante, kurze Videos zum Thema Elektromobilität und Energie aus dem World Wide Web vor.

    Folge 23: Ein tropfenförmiges Cockpit, eine Kohlefaser-Karosserie und eine Höchstgeschwindigkeit von 403 km/h. McLaren hat seinen Luxus-Hybriden McLaren Speedtail enthüllt. Gefertigt werden von dem "leistungsstärksten und aerodynamisch effizientesten McLaren", so das Unternehmen, nur 160 Stück.