BEÖ fordert Wohnrechtanpassung für private Ladestationen

Die Errichtung von privaten Ladestationen für Elektroautos muss leichter werden, fordert der Bundesverband Elektromobilität Österreich (BEÖ). Dafür müssten Änderungen Wohnrecht umgesetzt werden.

Mieter im Nachteil?

Elektromobilität nimmt in Österreich Fahrt auf: Das Angebot an Elektro-Fahrzeugen wird vielfältiger, die Neuzulassungen von Elektroautos steigen kontinuierlich an und auch der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur geht voran. „Bei der geplanten Expansion der E-Mobilität muss aber auch die private Infrastruktur mitziehen – und da hapert es am wichtigsten Ort: Zuhause“, sagt Roland Ziegler, Sprecher des BEÖ.

Am praktischsten wäre aus dessen Sicht ein Strom-Ladeanschluss für das Elektroauto direkt am Wohnort. „Doch was für private Hausbesitzer relativ einfach machbar ist, kann für jene, die in einer Wohnung leben, fast unmöglich sein“, so Ziegler. Vor allem dann, wenn es sich um ein Mehrparteienhaus oder eine Wohneigentümergemeinschaft handelt. „Denn ohne die Zustimmung aller Eigentümer geht meist gar nichts. Sie müssen ihre Zustimmung geben – und in der Regel auch die mobilitätstechnische Aufrüstung der Immobilie zahlen“.

BEÖ Elektroautos Bestand Österreich

Auf Österreichs Straßen sind immer mehr Elektroautos unterwegs. (© Bundesverband Elektromobilität Österreich)

Modernisierung des Wohnrechts gefordert

Ähnlich wie bei der Wohnrechtsnovelle 2002, bei der der Zugang zum Internet erleichtert wurde, sei es jetzt notwendig, das Wohnrecht wieder einem Modernisierungscheck zu unterziehen. „Die Nachrüstung einer privaten Ladeinfrastruktur muss ähnlich wie die Privilegierung von Multimediadiensten im Wohnungseigentumsgesetz (§ 16) und Mietrechtsgesetz (§ 9) einfacher werden, damit der Umstieg auf Elektromobilität gelingen kann“, so Roland Ziegler. „Die Umsetzung gewünschter technologischer Entwicklungen wie Elektromobilität wird ohne die entsprechenden Gesetzesänderungen im Wohnrecht nicht funktionieren“. (aho)

 

Quelle: beoe.at

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