Irlands Regierung stellt mehr Geld für Elektromobilität bereit

Ab dem 1. Januar 2018 gewährt die irische Regierung einen Zuschuss für Privatleute, die zu Hause einen Ladeanschluss für ihr Elektroauto installieren. Auch die öffentliche Ladeinfrastruktur soll ausgebaut werden. Nicht allen geht das weit genug.

Maßnahmenpaket für mehr E-Autos gestartet

Ingesamt können 600 Euro Zuschuss pro Ladepunkt-Installation in Anspruch genommen werden. Der "Electric Vehicle Home Charger Grant", wie die Regelung offiziell heisst, wird von der irischen Behörde für nachhaltige Energie (SEAI) verwaltet. Elektroauto-Fahrer sollen dadurch ermutigt werden, die Vorteile des Home-Charging zu nutzen, wie etwa das verhältnismäßige günstige Stromtanken über Nacht. Mehr Geld soll in der kommenden Regierungsperiode auch in den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur fließen. Derzeit kommen in Irland über 4.000 Elektrofahrzeuge auf rund 1.200 öffentlich zugängliche Ladesäulen. Davon sind etwa 70 Schnellladesäulen.

Man rechne mit einer wachsenden Anzahl von Elektroautos, heisst es aus dem Ministerium für Kommunikation, Klimapolitik und Umwelt. "Es ist wichtig, dass sich die Öffentlichkeit der Vorteile von Elektroautos bewusst ist. Aus diesem Grund starten wir in diesem Jahr ein öffentliches Förderprogramm, mit dem wir unter anderem landesweit Möglichkeiten für Testfahrten anbieten."

Der Haushaltsplan der irischen Regierung sieht außerdem weitere Maßnahmen zur Förderung von reinen Elektroautos (BEV) und Plug-In Hybride (PHEV) vor:

1. Einen Kaufzuschuss von bis zu 5.000 Euro für Elektrofahrzeuge. Der Listenpreis muss allerdings mindestens 14.000 Euro betragen.

2. Die Befreiung von der sogenannten Vehicle Registration Tax (VRT)  von bis zu 5.000 Euro

3. Eine reduzierte Kfz-Steuer von 120 Euro pro Jahr.

4. Wegfall der Sachbezugssteuer, wenn einem Arbeitnehmer ein BEV zur Verfügung gestellt wird ( Laufzeit bis 2021)

 "Wir müssen noch zahlreiche Hürden überwinden"

Timmy Dooley, Sprecher der republikanischen Partei Fianna Fáil, forderte von der irischen Regierung unter Regierungschef Leo Varadkar mehr Anstrengungen in Sachen Elektromobilität. Die Einführung des Electric Vehicle Home Charger Grant sei ein positives Signal. "Es gilt aber immer noch zahlreiche Hürden zu überwinden. Die Regierung muss deutlich mehr Anreize bieten als bisher," so Dooley. So solle die Kfz-Steuer für Elektrofahrzeuge und die Mautpflicht für fünf Jahre komplett abgeschafft sowie deutlich mehr Schnellladepunkte installiert werden. Die Befreiung der Sachbezugssteuer müsste zudem deutlich länger als drei Jahre geplant werden.

Dooley forderte auch, dass Elektrofahrzeuge die Busspuren in den Städten nutzen und kostenlos parken dürfen. Nur so könne man die Akzeptanz und den Umstieg auf Elektroautos erhöhen. "Irlands Ziel gemäß der EU-Richtlinie lautet, dass bis 2020 10 Prozent unserer Energie für Logistik und Transport aus erneuerbaren Quellen stammen. Wenn wir die Verbreitung von Elektrofahrzeugen nicht drastisch erhöhen, werden wir dieses Ziel verfehlen und riskieren Geldstrafen der Europäischen Kommission," teile Fianna Fáil in einer Pressemeldung mit.

 

Quelle: irishtimes.com / fiannafail.ie

 

0
0
0
s2smodern

Unser Veranstaltungs-Tipp

Ladeinfrastruktur ko

(© iStock.com / adventtr)

Zur "Woche der Elektromobilität" lädt die RWTH Aachen vom 16.-19. Oktober 2018. Experten.Seminare und Produktionsrundgänge bieten einen interessanten Einblick in die Facetten der Elektromobilität.

Mehr Infos zum Event

Zahl der Woche

Elektromobilität Zahl der Woche

10.000

Elektroautos sind - Stand September 2018 - in Neuseeland unterwegs. 2013 waren es nur 210 Fahrzeuge.

Video-Fundstück

Hier stellen wir interessante, kurze Videos zum Thema Elektromobilität und Energie aus dem World Wide Web vor.

Folge 21: Forscher der TU Graz präsentieren gemeinsam mit Industriepartnern den Prototypen eines robotergesteuerten CCS-Schnellladesystems für Elektrofahrzeuge.