Hessen stockt Förderung für Elektromobilität auf

Hessen will mehr Geld in den Ausbau der Elektromobilität investieren: Die Fördermittel steigen im kommenden Jahr auf knapp 7 Millionen Euro. In dieser Legislaturperiode wurden die Fördermittel damit versiebenfacht. Die Landesregierung hat große Pläne.

"Die Branche schaut auf Hessen"

Zusätzlich stehen 5 Mio. Euro bereit für Kommunen, die Elektrobusse anschaffen wollen. „Hessen will Vorreiter der Verkehrswende werden“, sagte hessische Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir am 7. Dezember auf dem Kongress „Elektromobilität im gewerblichen Umfeld“ in Langen. Rund 500 Teilnehmer aus Unternehmen und Kommunen informierten sich dort, wie der Umstieg auf Elektromobilität gelingen kann. 

Elektrofahrzeuge seien schon heute alltagstauglich, vor allem im gut planbaren Einsatz von Unternehmen und Verwaltungen, sagte Al-Wazir. Er lobte die Vorhaben der Städte Darmstadt und Wiesbaden, ihre Busflotten in den kommenden Jahren zu elektrifizieren. „Wiesbaden will bis 2022 den kompletten Umstieg erreichen, das ist ein europaweit einzigartiges Vorhaben, es geht um 221 E-Busse. Die Branche schaut auf Hessen.“ 

Auch Mathias Samson, Staatssekretär im hessischen Verkehrsministerium, betonte in einem Interview mit Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung: "Ohne einen Ausbau der E-Mobilität werden wir die Verkehrswende nicht hinbekommen".

Ausbau der Ladeinfrastruktur notwendig

Derzeit werden mehr als 80 Prozent aller E-Fahrzeuge zu Hause oder beim Arbeitgeber geladen, was bei den heute üblichen Reichweiten neuerer Fahrzeuge von rund 300 km meist ausreicht. „In Zukunft werden aber breite Käuferschichten E-Fahrzeuge erwerben, die regelmäßig lokale, öffentlich zugängliche Schnelllademöglichkeiten benötigen“, so Bertram Harendt, Partner beim Deutschen Dialog Institut, in Langen. Diese Investitionen seien zwar nicht Aufgabe der Kommunen, gleichwohl könnten sie aber „positive Rahmenbedingungen für die Ladeinfrastruktur schaffen, die Standortwahl lenken und die Kooperationen der gewerblichen Akteure unterstützen, so dass es zum zügigen Ausbau kommt“.

Felix von Borck von Akasol sieht eine große Zukunft für den batterieelektrischen Antrieb auch im Schwerlastverkehr. Das Unternehmen hatte erst kürzlich am Standort Langen eine Produktionsstätte für große Batterien eröffnet. Die Kapazität der Serienproduktion soll auf die Batterie-Bestückung von bis zu 3.000 Elektrobussen jährlich ausgelegt werden.  

 

Quelle: hessen.de

Bildnachweis: © HMWEVL

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