IG Metall Roman Zitzelsberger

Eine aktuelle IG Metall-Umfrage unter Betriebsräten in der baden-württembergischer Automobilindustrie zeigt, dass jeder zweite Betrieb ist noch nicht ausreichend auf den Wandel zur Elektromobilität vorbereitet ist. Nicht wenige Arbeitnehmervertreter befürchten Arbeitsplatzverluste in ihren Unternehmen. 

Die größten Auswirkungen werden nach 2025 erwartet

In mehr als jedem dritten Betrieb hat der Betriebsrat auf die unternehmenseigene Vorbereitung zum technologischen Wandel eine negative Sicht, in weiteren 13 Prozent wird die Vorbereitung als "teilweise" eingeschätzt. Allerdings herrscht keine Untergangsstimmung, betont die IG Metall: Knapp die Hälfte stuft die Stimmung der Belegschaft gegenüber den Veränderungen als "neutral" ein - das sind mehr als diejenigen mit großen oder kleineren Befürchtungen (18 bzw. 24 Prozent).

4 von 10 Betriebsräten erwarten, dass sich die Beschäftigung stabil entwickelt, weitere 35 Prozent befürchten einen Rückgang. Insgesamt werden in 58 Prozent der Betriebe "sehr große" bis "große" Auswirkungen durch Trends wie Elektromobilität, dem autonomen und vernetzen Fahren sowie neuen Mobilitäts-Dienstleistungen erwartet, vor allen Dingen nach 2025. Interessantes Detail: An Standorten mit negativer Einschätzung wird teils überlegt, Produktionen außerhalb Deutschlands neu aufzubauen.

Kostendruck und Unsicherheiten bei den Zulieferern

Das sind einige Kernaussagen einer Bestandsaufnahme zur baden-württembergischen Autoindustrie. Dazu hat die IG Metall Baden-Württemberg Betriebsräte aus rund 125 Betrieben mit mehr als 220.000 Beschäftigten befragt. Neben den Autoherstellern waren Zulieferer, Maschinen- und Anlagenbauer sowie Service-Dienstleister, die für die Autobranche tätig sind, an der Umfrage beteiligt.

"Die Bestandsaufnahme belegt unsere Vermutung, dass die Standorte extrem unterschiedlich von Veränderungen betroffen sein werden. Positiv ist, dass in den Unternehmen vermehrt über Auswirkungen der Elektromobilität nachgedacht wird. Für problematisch halte ich, dass in über einem Drittel der Betriebe die Firmenseite offenbar nicht ausreichend vorbereitet ist - gerade auch an Standorten, die vor großen Veränderungen mit negativer Beschäftigungserwartung stehen. Das ist nicht nur ein Problem für die betroffenen Standorte, sondern wegen der engen Verflechtungen ein Risiko für die gesamte Branche."

- Roman Zitzelsberger, Bezirksleiter IG Metall Baden-Württemberg

Grundsätzlich gelte: Je dichter die Standorte am Verbrenner hängen, desto größere Auswirkungen werden erwartet. Die Situation der Zulieferer sei verglichen mit den Herstellern unübersichtlicher und deren Vorbereitung auf den Wandel geringer. Zudem litten die Zulieferer zusätzlich an Verlagerungen und anhaltendem Kostendruck. Im Maschinen- und Anlagenbau werden in zwei von drei Betrieben große bis sehr große Veränderungen erwartet. Durch den Wegfall von Komponenten rund um den Verbrennungsmotor wie Kolben oder Abgasanlagen werden auch weniger Maschinen für deren Herstellung benötigt.

Neue Mobilitäts-Dienstleistungen als Chance

An Standorten, die solche Komponenten entwickeln und produzieren, besteht eine sehr genaue Einschätzung über die später nicht mehr gebrauchten, beziehungsweise in der Stückzahl reduzierten Komponenten. Viel unsicherer hingegen ist, ob es künftig gelingt, neue Produkte an den Standort zu bekommen. Die in der Umfrage aufgelisteten möglichen Alternativprodukte reichen von neuen Komponenten im Bereich Batterien, Thermomanagement, Leichtbau und Brennstoffzellen bis zu konkreten E-Fahrzeugen.

Zudem sind viele Betriebe rund um neue Mobilitätsdienste aktiv. Zwar ist es für verlässliche Einschätzungen zu Umsätzen und Beschäftigung noch zu früh. An vielen Standorten spielen neue Geschäftsmodelle (34 Prozent), Fahrzeugvernetzung (32 Prozent) und Autonomes Fahren (19 Prozent) aber eine Rolle. In mehr als 10 Betrieben wurden im Zusammenhang mit den Veränderungen rund ums Auto neue Einheiten und teils eigenständige Unternehmen aufgebaut. In weiteren 14 Betrieben ist dies geplant. Mittelfristig erwartet die IG Metall Baden-Württemberg eine weitere Dynamik rund um das Thema neue Einheiten.

Die Politik ist gefragt

Für das Gelingen der Transformation sei es wichtig, dass auch zukünftig die gesamte Wertschöpfung am Automobilstandort Baden-Württemberg abgebildet werde, so die IG Metall mit Blick auf Wirtschaft und Politik. Sobald der elektrische Antrieb an Bedeutung gewinnt, gehöre dazu eine Zell- und Batteriefertigung im Land. Eine strategische Industriepolitik sollte die wesentlichen Veränderungen unterstützen; der vom Landeswirtschaftsministerium eingerichtete Transformationsrat sei dazu ein erster richtiger Schritt. 

 

Quelle: IG Metall Baden-Württemberg

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