Bundeskanzlerin Angela Merkel watscht E-Auto-Quote ab

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich in der Debatte um eine Quote für Elektro-Autos ablehnend gegenüber entsprechenden Vorstößen aus den Reihen der SPD geäußert. Die Kritik ließ nicht lange auf sich warten.

"Darf man keine Benziner mehr kaufen?"

Sie halte eine derartige Quote für nicht durchdacht, so Merkel. „Erst mal verhandeln wir dann wieder ewig in Europa, wie die Quote nun sein soll. Und was machen wir denn, wenn sie nicht eingehalten wird?“, fragte sie. „Darf man dann keine Benziner mehr kaufen?“

Damit erteilte sie dem Vorschlag von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz eine klare Absage. Dieser hatte im Zuge der jüngsten Abgas-Skandale schärfere gesetzliche Regeln für die Autoindustrie gefordert und will mit einer verbindlichen, europaweiten Quote für die Stromer Druck auf deutsche Autobauer machen. Nach dem Willen von Schulz soll dies durch einen festgelegten Anteil von Elektro-Autos auf die Einwohnerzahl ermöglicht werden. Der Kanzlerkandidat forderte die EU-Kommission auf, sich in Sachen Elektromobilität mehr einzubringen und ihre Zurückhaltung abzulegen.

Kritik an Merkels Anti-Quoten-Haltung ließ nicht lange auf sich warten: Umweltministerin Barbara Hendricks befürchtet, dass die EU-Klimaschutzziele ohne enstprechende gesetzliche Vorgaben nicht einzuhalten seien. „Das wäre ein erneuter Kniefall vor der Autoindustrie", so Hendricks. Auch Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries fand deutliche Worte: "Abzulehnen, ohne Alternativen zu benennen, zeigt, dass eine Konzeption fehlt und wir isoliert werden", kritisierte Zypries in Berlin.

 

0
0
0
s2smodern

Unser Veranstaltungs-Tipp

Ladeinfrastruktur ko

(© iStock.com / adventtr)

Vom 11.bis 13. Januar 2019 dreht sich in Dresden alles um das Thema "E-Bike". Vorgestellt werden aktuelle Innovationen und die neuen Modelle der Saison. Ein Indoor-Testparcours bietet bundesweit die erste Gelegenheit des Jahres zum E-Bike-Probefahren.

Mehr Infos zum Event

Zahl der Woche

Elektromobilität Zahl der Woche

16.000

neue Arbeitsplätze werden nach Einschätzung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im Zuge der Elektromobilisierung bis 2035 entstehen. Demgegenüber steht die Prognose von ca. 114.000 verlorenen Arbeitsplätzen, davon alleine 83.000 im Fahrzeugbau.

Video-Fundstück

Hier stellen wir interessante, kurze Videos zum Thema Elektromobilität und Energie aus dem World Wide Web vor.

Fehlende staatliche Anreize oder zu wenig Geld für ein importiertes E-Auto sind noch lange kein Grund zum Verzweifeln: Der Automechaniker Alvaro de la Paz hat einen Elektromotor zum Einbauen entwickelt. In seiner Werkstatt in Mexiko-City rüsten er und seine Mechaniker die Autos seiner Kunden um.