Bundeskanzlerin Angela Merkel watscht E-Auto-Quote ab

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich in der Debatte um eine Quote für Elektro-Autos ablehnend gegenüber entsprechenden Vorstößen aus den Reihen der SPD geäußert. Die Kritik ließ nicht lange auf sich warten.

"Darf man keine Benziner mehr kaufen?"

Sie halte eine derartige Quote für nicht durchdacht, so Merkel. „Erst mal verhandeln wir dann wieder ewig in Europa, wie die Quote nun sein soll. Und was machen wir denn, wenn sie nicht eingehalten wird?“, fragte sie. „Darf man dann keine Benziner mehr kaufen?“

Damit erteilte sie dem Vorschlag von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz eine klare Absage. Dieser hatte im Zuge der jüngsten Abgas-Skandale schärfere gesetzliche Regeln für die Autoindustrie gefordert und will mit einer verbindlichen, europaweiten Quote für die Stromer Druck auf deutsche Autobauer machen. Nach dem Willen von Schulz soll dies durch einen festgelegten Anteil von Elektro-Autos auf die Einwohnerzahl ermöglicht werden. Der Kanzlerkandidat forderte die EU-Kommission auf, sich in Sachen Elektromobilität mehr einzubringen und ihre Zurückhaltung abzulegen.

Kritik an Merkels Anti-Quoten-Haltung ließ nicht lange auf sich warten: Umweltministerin Barbara Hendricks befürchtet, dass die EU-Klimaschutzziele ohne enstprechende gesetzliche Vorgaben nicht einzuhalten seien. „Das wäre ein erneuter Kniefall vor der Autoindustrie", so Hendricks. Auch Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries fand deutliche Worte: "Abzulehnen, ohne Alternativen zu benennen, zeigt, dass eine Konzeption fehlt und wir isoliert werden", kritisierte Zypries in Berlin.

 

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