Der Bundesrat in Berlin

Der Bundesrat hat am 23. November zahlreichen Änderungen im Steuerrecht zugestimmt, unter anderem der Entlastung von Elektrodienstwagen-Besitzern. Ab Januar gelten die neuen Regeln. Der Autohersteller Kia rechnet schon einmal am Beispiel eines seiner Plug-In-Hybriden vor, was E-Fahrzeugfahrer künftig sparen könnten.

Anforderungen an Hybride

Das "Gesetz zur steuerlichen Entlastung der Familien sowie zur Anpassung weiterer steuerlicher Regelungen" hat am Freitag den Bundesrat passiert. Neben einer Klausel, dass verbilligte Jobtickets künftig gänzlich steuerfrei sind, um die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel attraktiver zu machen, werden ab Januar damit nun auch endgültig Elektro- und Hybrid-Dienstwagen steuerlich besser gestellt. Bisher musste die Privatnutzung mit einem Prozent des inländischen Listenpreises pro Kalendermonat versteuert werden. Für E-Autos, die nach dem 31. Dezember 2018 und vor dem 1. Januar 2022 angeschafft werden, sinkt dieser Wert nun auf 0,5 Prozent. Die Neuregelung gilt auch für extern aufladbare Hybrid-Elektrofahrzeuge. Voraussetzung ist, dass das Fahrzeug die Voraussetzungen des Paragraf 3, Absatz 2, Nummer 1 oder 2 des Elektromobilitätsgesetzes erfüllen muss.

In diesem heißt es, dass "im Falle eines von außen aufladbaren Hybridelektrofahrzeuges Bevorrechtigungen nur für ein Fahrzeug in Anspruch genommen werden dürfen, wenn sich [...] ergibt, dass das Fahrzeug:

1. eine Kohlendioxidemission von höchstens 50 Gramm je gefahrenen Kilometer hat oder

2. dessen Reichweite unter ausschließlicher Nutzung der elektrischen Antriebsmaschine mindestens 40 Kilometer beträgt."

Das Gesetz wird nun über die Bundesregierung dem Bundespräsidenten zur Unterzeichnung zugeleitet. Es tritt in großen Teilen am Tag nach der Verkündung im Bundesgesetzblatt in Kraft.

Kia spekuliert auf Geschäft mit Fuhrparks

Der Fahrzeughersteller Kia jedenfalls "begrüßt die steuerliche Begünstigung von Elektro-Dienstwagen. Dadurch kann von den Fuhrparks ein wichtiger Impuls für die ökologisch orientierte Erneuerung des Fahrzeugbestands in Deutschland ausgehen", sagt Steffen Cost, Geschäftsführer von Kia Motors Deutschland. Beim Kia Niro, ein Plug-in Hybrid-Fahrzeug, liege der "Steuervorteil gegenüber einem konventionell angetriebenen Fahrzeug bei bis zu 1.463 Euro im Jahr".

Kia setzt dabei seinen Crossover in einer bestimmten Ausstattungsvariante mit einem Preis in Höhe von 38.450 Euro an und geht von einem Arbeitsweg von durchschnittlich 17 Kilometer aus. Verglichen wird mit einem preisgleichen anderen Fahrzeug. Dieser Betrag gelte bei einem Steuersatz von 42 Prozent. Arbeitnehmer mit einem Steuersatz von 30 Prozent würden jährlich immer noch zirka 1.045 Euro sparen. Bei einem Modell mit Sonderausstattungen oder bei einem längeren Arbeitsweg falle die Steuerersparnis höher aus. (khof)

Quelle: Bundesrat, Kia

0
0
0
s2smodern

Unser Veranstaltungs-Tipp

Ladeinfrastruktur ko

(© iStock.com / adventtr)

Im dem Seminar "Leistungselektronik für Elektro- und Hybridfahrzeuge" lernen Teilnehmner die Herausforderungen bei Leistungsmodulen und Invertern für die Elektrotraktion kennen. Auch aktuelle Lösungen und Entwicklungen bei Aufbautechnologien und Bauelementen werden diskutiert - am 26. und 27. Februar in München.

Mehr Infos zum Event

Zahl der Woche

Elektromobilität Zahl der Woche

7

Prozent Stellenabbau hat Tesla-Chef Elon Musk in einer Firmenmail vom 18. Januar angekündigt. "There isn't any other way", schreibt Musk darin.

Video-Fundstück

Hier stellen wir interessante, kurze Videos zum Thema Elektromobilität und Energie aus dem World Wide Web vor.

Forscher sind sich sicher: Die Zukunft der Kraftstoffe ist synthetisch. Statt aus Erdöl werden sie aus Fetten, Erdgas oder Strom hergestellt. Der Effekt: deutlich weniger Schadstoffe. Kritiker allerdings warnen: Für eine echte Verkehrswende taugen sie allein nicht. "planet e." geht der Frage nach, ob synthetische Kraftstoffe das Zeug zum Öko-Sprit der Zukunft haben.