Erste elektrifizierte Straße in Schweden eröffnet

In Schweden ist die erste elektrifizierte Straße der Welt betriebsbereit: Über Stromschienen werden die Batterien von elektrischen Autos und Nutzfahrzeugen aufgeladen. Bald könnten auch elektrifizierte Straßen in Berlin entstehen.

Stromtanken über ein ausgeklügeltes Schienensystem

Die in Schweden eingeweihte eRoadArlanda versorgt über ein zweispuriges Schienensystem elektrische Pkw und Nutzfahrzeuge mit Strom. Auf einer öffentlichen Straße in der Nähe von Stockholm wurden etwa 2 Kilometer der Schienen verlegt, bald sollen in ganz Schweden weitere Strecken folgen.

Die Energie wird über einen beweglichen Arm auf die Unterseite der Fahrzeuge übertragen. Setzt das Fahrzeug zum Überholen an, wird der Arm automatisch abgeschaltet. Die elektrifizierte Straße ist in 50-Meter-Abschnitte unterteilt. Ein einzelner Abschnitt wird nur dann mit Strom versorgt, wenn sich ein Fahrzeug darauf bewegt. Wenn das Fahrzeug anhält, wird der Strom abgeschaltet. Das System soll außerdem in der Lage sein, den Energieverbrauch des Fahrzeugs zu berechnen, wodurch die Stromkosten pro Fahrzeug und Benutzer abgerechnet werden können.

 

 

Schweden hat bis 2030 eine Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen beschlossen. Dafür muss der Anteil am Verkehrssektor um 70 Prozent reduziert werden. Elektrifizierte Straßen könnten einen entscheidenden Beitrag leisten, die Praxistauglichkeit von Elektrofahrzeugen zu erhöhen und damit die Ziele zu erreichen. Laut einem Sprecher des eRoadArlanda-Konsortiums ist der Kostenaufwand von 1 Million Euro pro elektrifiziertem Kilometer 50 Mal niedriger als beim Bau einer städtischen Straßenbahnlinie. 

Die schwedische Regierung führt bereits Gespräche zu einem zukünftiges Netzwerk in Berlin. Mit der Zusammenarbeit am Projekt "Swedish-German research collaboration on Electric Road Systems" hatten die beiden Regierungen bereits eine gemeinsame Wissensbasis für länderübergreifende elektrische Straßensysteme geschaffen. (sih)

 
 

Quelle: eRoadArlanda

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