ALDI SÜD Solarstrom für Ladestellen

Der Lebensmitteldiscounter ALDI SÜD hatte bereits in der Vergangenheit mit Photovoltaik-Anlagen auf seinen Filialdächern die Themen Erneuerbare Energien und Elektromobilität in den Fokus der Unternehmensaktivitäten gerückt. Obwohl ALDI SÜD nach eigener Aussage bereits der größte private Betreiber von Photovoltaik-Dachanlagen in Deutschland ist, will die Konzernleitung noch höher hinaus.

Ausbau der E-Ladestellen geplant

Derzeit sind ca. 1.250 der insgesamt 1.880 Filialen mit Solarstrom-Anlagen ausgestattet. An aktuell 50 Filialen können Elektroautos und E-Bikes an Schnellladestationen aufgeladen werden. In Ballungsräumen wie dem Rhein-Main-Gebiet, Düsseldorf und München liegt der Fokus eher auf dem Angebot für Elektroautos, während in weniger stark Auto-frequentierten Gegenden der Ausbau für Elektrofahrräder vorangtrieben wird. Aktuell würden mehrere Filialen in den fahrradfreundlichen Städten Karlsruhe, Erlangen und Freiburg mit Fahrradladestationen ausgestattet, so Florian Kempf, Verantwortlicher für Energiemanagement bei ALDI SÜD. In 2016 habe das Unternehmen 114 Millionen Kilowattstunden Solarstrom produziert.

"Von Juli 2015 bis Juli 2016 konnten wir eine durchschnittliche monatliche Steigerung der Ladevorgänge um fast sechs Prozent verzeichnen. Die meisten Ladevorgänge verzeichnet der Ballungsraum Stuttgart", resümiert Kempf auf dem Unternehmensblog. Das dürfte auch dem simplen (und kostenlosen) Ladevorgang geschuldet sein, denn eine Registrierung ist dafür nicht erforderlich.  In einem Interview mit dem PV Magazin gab Kempf nun Einblicke in die Zukunftspläne von ALDI SÜD in punkto Energiemanagement.

Speichertechnologien für Solarstrom

Demnach sollen bis Ende 2019 weitere 150 Standorte mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet werden, bei Neubauten sollen diese standardmäßig mit eingeplant werden. Aktuell nutze man 80 Prozent des selbst produzierten Solarstroms für den Filialbetrieb, die restlichen 20 Prozent speise man ins Stromnetz sein, erklärte Kempf. Um in Zukunft noch mehr vom eigenen Solarstrom zu profitieren - in Sachen Eigenverbrauch und als Teilnehmer am Solarmarkt -  prüfe man in Zusammenarbeit mit dem Energiedienstleister EnBW entsprechende Speichertechnologien. Dazu würden in der ersten Testphase die Solaranlagen von drei Filialen im Großraum Frankfurt am Main mit einem Batteriespeicher gekoppelt, um ein kleines virtuelles Kraftwerk entstehen zu lassen. EnBW übernimmt das Energiemanagement und bewertet, ob es für ALDI SÜD günstiger ist, den Solarstrom direkt zu verbrauchen, im Speicher zu parken oder dem Energiemarkt zur Verfügung zu stellen. Die Testphase mit drei Filialen der ALDI SÜD Regionalgesellschaft Mörfelden dauert bis Ende Januar 2018.

Die Anzahl der Filialen, wo Kunden ihre Elektrofahrzeuge während des Einkaufs aufladen können, soll noch weiter steigen. Generell gelte für Ausbau der Elektromobilität: "Je mehr Marktteilnehmer mitmachen, umso besser geht es voran", so Kempf.

Die Solar-Strategie von ALDI SÜD scheint Früchte zu tragen: Das Unternehmen wurde dank seiner "umfangreichen Nutzung von Solarenergie im Einzelhandel mit Einbindung von E-Mobilität und gezielter Kundenkommunikation" jüngst mit dem Deutschen Solarpreis in der Kategorie "Industrielle, kommerzielle oder landwirtschaftliche Betriebe/Unternehmen" ausgezeichnet.

 

Deutscher Solarpreis 2017: Unternehmensgruppe ALDI SÜD (Würdigungsfilm)

 

Quelle: elektroauto-news.net / pv-magazine.de / ALDI SÜD Blog

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