Elektroautos können die Energiewende unterstützen

Einer aktuellen Umfrage der Naturschutzorganisation WWF in Zusammenarbeit mit dem IT-Unternehmen Lichtblick zufolge vernachlässigen Autohersteller in Europa neben E-Mobilität auch die Integration von E-Autos in das Stromnetz.Das sei fatal für den Ausbau der Elektromobilität.

Nur drei von zehn Autoherstellern antworteten

Der WWF und LichtBlick hatten im Sommer 2017 die Autohersteller Volkswagen, Renault, Ford, Opel, Peugeot, Mercedes, Audi, BMW, Fiat und Skoda zum Thema Sektorkopplung, also die Verknüpfung von Strom- und Verkehrssektor,befragt und wollten wissen: Wie weit ist die Planung bei den großen Automobilherstellern, um Elektrofahrzeuge ins Stromnetz integrieren zu können?

Nur drei von zehn befragten Autoherstellern beantworteten den tatsächlichen Fragekatalog. Einige machten allgemeine Angaben zur Bedeutung der Elektromobilität für ihr Unternehmen, andere sagten die Teilnahme gleich ab oder reagierten trotz Nachfrage nicht.

„Die Ergebnisse unserer Umfrage sind ernüchternd. Die Hersteller bilden eines der wichtigsten Zukunftsfelder noch gar nicht ab: Dabei liegt die Integration von E-Autos in das Stromnetz auf der Hand: Wenn wir die Erderhitzung begrenzen wollen, müssen sowohl der Strom- als auch der Verkehrssektor klimafreundlich werden. Das bedeutet mehr Strom aus Erneuerbaren auf der einen Seite und auf der anderen Seite mehr E-Autos, die nicht nur mit diesem Strom fahren, sondern auch als mobile Speicher fungieren. Doch die hiesige Automobilindustrie lässt die Zukunft an sich vorbeifahren“, resümiert Michael Schäfer, Leiter des Fachbereichs Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland.

Elektroautos als Stromspeicher c WWF LichtBlick 2

Für die Einbindung der E-Autos ins Stromnetz ist Voraussetzung, dass ihre Batterien den Strom nicht nur einseitig aus dem Netz bekommen, sondern auch wieder an dieses abgeben können – sie müssen also bidirektional funktionieren. Doch keines der befragten Unternehmen, die sich zu dem Thema geäußert haben, hat solch bidirektional be- und entladbare Fahrzeuge im Angebot oder hat konkrete Pläne, diese in seine Modellpalette aufzunehmen.

Der WWF und LichtBlick sind sich einig: Die Umfrage zeige gerade wegen der lückenhaften Antworten sehr deutlich, dass die Automobilhersteller auf dem  europäischen Markt nicht abbilden, was sie in Zukunft leisten müssten. Die Elektrifizierung des Verkehrs und die darauf aufbauende Kopplung mit dem Stromsektor steckten noch in den Kinderschuhen.

Die gesamte Umfrage finden Sie hier

 

Quelle: WWF

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