Brennstoffzellen für effizientere Elektromobilität: Unter dem Projektnamen "Autostack-Industrie" wollen zehn Unternehmen der deutschen Automobil- und Zulieferindustrie zusammen mit dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) systematisch Brennstoffzellen zur industriellen Reife bringen sowie Prozesse und Verfahren zur Serienfertigung entwickeln. 

"Brennstoffzellen-Technologie steckt erst in einem frühen Stadium"

Die Projektinitiatoren verfolgen das Ziel, die Deutschland in Sachen Brennstoffenzellentechnologie wettbewerbsfähiger zu machen und grundsätzlich die Forschungsbemühungen auf diesem Feld weiter auszubauen. Denn Autos mit Brennstoffzellenantrieb würden besonders schnell aufgeladen und punkteten durch hohe Reichweite, so die Argumentation.

Prof. Dr. Werner Tillmetz, ZSW-Vorstand und Leiter des Geschäftsbereich Elektrochemische Energietechnologien, gibt zu bedenken: "Allerdings steckt die dafür notwendige Industrialisierung der Technologie in einem frühen Stadium. Mit dem Projekt ‚Autostack-Industrie‘‘ soll nun durch den Aufbau einer schlagkräftigen nationalen Zulieferindustrie die Basis zur Erreichung der Kosten- und Qualitätsziele geschaffen werden.“

 Das Ziel: Mehr Leistung, weniger Kosten 

 Soweit der Plan - doch welche Komponenten sollen dabei überhaupt weiterentwickelt werden? Die Antwort: Im Fokus steht vor allem die weitere Leistungserhöhung, Lebensdauer und Zuverlässigkeit sowie die Kostensenkung der Brennstoffzelle. Interessant hierbei: Schon jetzt beträgt die Reichweite heutiger Fahrzeuge je nach Hersteller zwischen 500 und 700 Kilometer. Die Betankung mit gasförmigem Wasserstoff dauert weniger als drei Minuten. Im letzten Jahr (2016) wurden übrigens weltweit die ersten 5.000 Fahrzeuge auf Brennstoffzellen-Technologie verkauft.  

Die Forscher wollen im Rahmen des Projektes hauptsächlich neue Technologien für die Serienfertigung von Brennstoffzellen erforschen, die den erforderlichen Zeitaufwand für Prüfung und Erstinbetriebnahme reduzieren. Weitere Themen der Wissenschaftler sind die Optimierung der Strömungsverhältnisse in der Brennstoffzelle unter Berücksichtigung des Stoff- und Wärmetransports und neuer Auswertemethoden für Dauertestdaten.

Das Projekt Autostack-Industrie wird im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur mit 21,3 Mio. Euro gefördert. 

30.06.2017 | Quelle: www.zsw-bw.de| emobilserver.de © ITM InnoTech Medien GmbH

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