Das vor kurzem erfolgte Urteil des Verwaltungsgericht St. Gallen (Schweiz) verbietet ab sofort die weitgehende Nutzung von klassischen Strom-Adapternzum Aufladen von E-Fahrzeugen. Damit fällt die Schweiz ein wegweisendes Urteil. 

Alle Stecker-Adapter für E-Fahrzeuge, die von schwächeren Dosen auf grössere Kupplungen führen, sind ab sofort verboten. Mit dem zwischenzeitlich rechtskräftigen Urteil des Verwaltungsgericht St. Gallen vom 13. Juli 2016 wurde der vorangehende Entscheid des schweizerischen Starkstrom-Inspektorats bestätigt. Damit fällt die Schweiz ein wegweisendes Urteil zur Sicherheit bei E-Fahrzeugen.

Sicherheitsrisiko Adapter

Grundsätzlich kann man E-Fahrzeuge an jeder Steckdose aufladen. Dazu gibt es eine Reihe von mobilen Ladestationen, die netzseitig meist mit einem grossen roten Industriestecker ausgerüstet sind. Mittels Adaptern sollen Benutzer diese an fast jeder beliebigen Dose anschliessen können. Aber genau von diesen Adaptern geht ein erhebliches Sicherheitsrisiko aus – auch, weil sie oft in abenteuerlichen Ketten zusammengesteckt werden. Das Problem: Mit den Adaptern kann man aus einer schwächer ausgelegten Dose (z. B. Schuko, gebaut für maximal 13 Ampere Dauerbelastung) problemlos 32 Ampere ziehen.

 Dies kann zu einer Überhitzungvon Steckdosen und Zuleitungen führen und leicht in einem Brand enden. Das Risiko erhöht sich zudem, weil die Adapter über Jahrzehnte funktionieren und irgendwann möglicherweise für andere Zwecke mit Gefahrenpotential verwendet werden. Denn als Adapter mit handelsüblichen Steckern und Kupplungensind sie «freizügig verwendbar». 

Zieht Deutschland nach?

Zum Laden von Elektroautos sind deshalb ab sofort nur noch eigens entwickelte, sonst nicht vorkommende und exakt nach Norm geprüfte Stecker zugelassen – und sie müssen gleichzeitig die korrekte Stromstärke im Ladegerät automatisch begrenzen. Jetzt stellt sich nur noch die Frage, ob ein verantwortungsvolles Europa dieses Verbot auch durchsetzen wird.

16.06.2017 | Quelle:  Contcept Communication GmbH | emobilserver.de © ITM InnoTech Medien GmbH

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