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Der Verband der Automobilindustrie (VDA) blickt mit Sorge auf die Entwicklung der Ladeinfrastruktur in Deutschland und Europa. „Die E-Mobilität braucht mehr Vertrauen in den Ausbau des Ladenetzes. Die Bürger müssen die Sicherheit haben, ihre Elektrofahrzeuge überall laden zu können. Viele Regionen in Deutschland bieten diese Sicherheit noch nicht, in den meisten Ländern Europas ist die Ladeinfrastruktur völlig unterentwickelt", kommentiert Hildegard Müller die Entwicklung.

Die Unternehmensberatung Deloitte hat festgestellt, dass die Verbraucher-unsicherheit bezüglich Lademöglichkeiten zunimmt: 2020 gaben 41 Prozent der Befragten an, beim nächsten Kauf eines Automobils einen alternativen Antrieb zu bevorzugen. 2019 lag die Zahl derer noch bei 51 Prozent. Als größte Sorge bei der Anschaffung eines Elektrofahrzeuges nannten 22 Prozent der Verbraucher dabei die fehlenden Lademöglichkeiten.

Der Europäische Rechnungshof hat erstmals den zu langsamen Ausbau der Ladeinfrastruktur in der EU kritisiert und spricht damit auch die Sorgen des VDA an. Er hat die EU-Kommission aufgefordert, rasch einen „Fahrplan“ zur Elektromobilität in Europa zu erarbeiten. „Die Mahnung des europäischen Rechnungshofes ist ein Weckruf für Europäische Politik. Die EU-Kommission muss jetzt einen Plan für den Ausbau der Ladeinfrastruktur in ganz Europa vorlegen. Ohne einen rasanten Ausbau der Lademöglichkeiten in allen Ländern der EU werden wir klimaneutrale Mobilität bis 2050 nicht erreichen", sagt Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie VDA.

Der Europäische Rechnungshof kritisiert die bisherige EU-Förderung als unkoordiniert, es fehle an einem schlüssigen Gesamtkonzept für den Ausbau der Ladeinfrastruktur. Die zuständige EU-Kommission habe keinen Überblick, wo welche Ladesäulen fehlten. Um das von der EU-Kommission vorgegebene Ziel von 1 Mio. Ladesäulen in Europa bis 2025 zu erreichen, müssten laut Europäischem Rechnungshof 3.000 Ladesäulen pro Woche errichtet werden. Mit derzeit 250.000 Ladepunkten ist man von dem 2025-Ziel noch meilenweit entfernt. Wenn die EU die Vorgaben für die Flottengrenzwerte weiter steigern will, muss sie zugleich ein ehrgeiziges und verbindliches Programm für den Ausbau der Ladeinfrastruktur vorlegen, und zwar für ganz Europa. Die Kritik des Europäischen Rechnungshofes belegt, dass die Ladeinfrastruktur keineswegs gleichmäßig in den 27 EU-Ländern verteilt ist: 69 Prozent der Ladepunkte befinden sich in drei Ländern – Deutschland, Frankreich, Niederlande. Hildegard Müller fordert: „Gelder aus dem EU-Aufbauplan müssen überall in Europa schnell für die Ladeinfrastruktur der Elektromobilität eingesetzt werden".

Zeitgleich mahnt der Bundesrechnungshof, dass der Strombedarf für E-Mobilität die bisher geplanten Kapazitäten aus nachhaltiger Energiegewinnung bei weitem übertreffen wird: „Wenn der deutsche Bundesrechnungshof den Ausbau der erneuerbaren Energien mit Sorge betrachtet, sollte dies ein Ansporn für die Energiewirtschaft sein. Wir brauchen mehr Ladestrom aus erneuerbaren Energien und zu vernünftigen Preisen", sagte Hildegard Müller. Der Bundesrechnungshof urteilt, dass seit der letzten Bilanz 2018 sich zu wenig getan hat, um die Energiewende erfolgreich zu gestalten.

Quelle: VDA

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