3 MW-Energiespeicher geht in Amsterdamer Fußballstadion ans Netz

Als erstes Stadion der Welt sichert die Johan Cruijff ArenA in Amsterdam zukünftig ihre Energieversorgung durch ein Speichersystem aus neuen und gebrauchten Elektrofahrzeugbatterien. Das Projekt wird von Eaton, Nissan, BAM, The Mobility House und der Johan Cruijff ArenA sowie mit Unterstützung des Amsterdam Climate and Energy Fund (AKEF) und Interreg in Amsterdam realisiert.

aktualisiert um 11:03 Uhr

Genug Strom für 7.000 Haushalte

Insgesamt sind Batteriezellen mit einer Kapazität von 2,8 Megawattstunden (MWh) in dem Speichersystem verbaut, von dem ein Großteil bereits bereits in Elektroautos zum Einsatz kam. Die Leistung entspricht der Batteriekapazität von 148 Nissan Leaf Elektroautos. Zusätzlich sind vier bidirektionale Wechselrichter verbaut. Mit einer Gesamtleistung von 3 MW kann das Speichersystem die 4.200 Solarmodule auf dem Dach der ArenA optimal speichern und nutzen, die 1,1 MWh Energiekapazität bereitstellen.

Die dabei gespeicherte Energie reicht theoretisch aus, um 7.000 Haushalte - oder eine halbe Millionen iPhones - in Amsterdam für eine Stunde mit Strom zu versorgen. Vor allem bei Großveranstaltungen soll das Energiespeichersystem für Backup-Strom sorgen, den  Einsatz von Dieselgeneratoren reduzieren und das Stromnetz entlasten, in dem es die auftretenden Lastspitzen bei Konzerten verhindert. "Bei einem Großevent, das ein Maximum an Strom benötigt, kann das Batteriespeichersystem eine volle Stunde lang Energie bereitstellen", so die Projektpartner.

 

Nächster Schritt: Vehicle-to-Grid

„Dank des Energiespeichersystems kann das Stadion seinen selbst erzeugten Solarstrom nachhaltiger und intelligenter nutzen und die gespeichert Energie als „Amsterdam Energy ArenA BV“ an den Energiemärkten vermarkten“, sagt Henk van Raan, Director of Innovation bei der Johan Cruijff ArenA. „Im Falle eines Stromausfalls steht der ArenA dank des Batteriespeichers zukünftig eine erhebliche Menge Energie zur Verfügung. Damit erhöht das Stadion seine Versorgungssicherheit und leistet darüber hinaus einen Beitrag zur Stabilisierung des Stromnetzes in den Niederlanden und in Europa."

Das neue Energiespeichersystem ist ein konkretes Ergebnis des Innovationsprogramms der „Amsterdam Innovation Arena“. Hier arbeiten Wissensinstitute, Regierungen und Unternehmen wie BAM (niederländisches Bauunternehmen), Nissan, Eaton und The Mobility House am Stadion der Zukunft. Das Amsterdamer Stadion und der angrenzende Bereich fungieren darin als „Living Lab“ – ein Hotspot für die Erprobung von Innovationen in der Praxis.
 
Im nächsten Schritt sollen bis zu 200 uni- und bidirektionale Ladestationen in die Johan Cruijff ArenA integriert werden, um Elektrofahrzeuge mittels Vehicle-to-Grid Anwendungen in das Stromnetz einzubinden. Vielleicht fahren die Fußballprofis von Ajax Amsterdam ja demnächst in E-Autos zum Heimspiel...(aho) 

 

Quelle: Pressemitteilung The Mobility House

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(© iStock.com / adventtr)

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