Moskaus erste Elektrobus-Flotte steht in den Startlöchern

In Moskau treten am 1. September die ersten Elektrobusse ihren Dienst an: Sie sind der Auftakt einer groß angelegten ÖPNV-Elektromobilitätsoffensive in der russischen Millionenmetropole.

200 Elektrobusse bis Dezember 2018

Der russische Nutzfahrzeughersteller KAMAZ und der größte Automobilkonzern des Landes GAZ hatten sich im Mai dieses Jahres einen Großauftrag gesichert: Sie liefern bis Dezember 2018 jeweils 100 E-Busse an das staatliche Moskauer Verkehrsunternehmen Mosgortrans. Die Verträge verpflichten die beiden Hersteller zu einer 15-jährigen Wartungsgarantie der Busse. Außerdem sieht der 86-Millionen-Euro-Deal die Installation von 62 Ultraschnelllade-Stationen in Moskau vor.

Die ersten 100 emissionsfreien Fahrzeuge von Kamaz werden ab dem 1. September 2018 in den Linienbetrieb eingeflottet.  Der elektrische Niederflurbus vom Modell KAMAZ-6282 bietet bis zu 85 Passagieren Platz und kann mit einer Akkuladung  bis zu 70 Kilometer zurücklegen. Die Aufladedauer beträgt 10 – 20 Minuten und erfolgt über einen einarmigen Stromabnehmer auf dem Busdach. „Die Batterie ist für eine Betriebsdauer von mindestens 20.000 Ladezyklen ausgelegt und kommt mit einer 10-Jahres-Garantie“, so Kamaz. Die Fahrzeuge sollen auf dem Betriebsgelände und der Endstation auf der jeweiligen Busroute aufgeladen werden. Der KAMAZ-6282 wurde bereits vor dem Zuschlag testweise in den Städten Skolkovo, Moskau und St. Petersberg erfolgreich eingesetzt.

Gaz wird im Dezember 2018 seinen LiAZ-5292 Elektrobus liefern. Das Fahrzeug fasst 90 Passagiere und erreicht nach Herstellerangaben eine Reichweite von 100 Kilometern im Regelbetrieb. Auch das LiAZ-5292-Modell musste sich in einem mehrmonatigen Praxistest auf Moskaus Straßen unter Beweis stellen. Die durchschnittliche Wegstrecke des E-Busses betrug demnach 220 Kilometer pro Tag. Die Batterie benötigte dafür zwei Aufladungsphasen an Schnellladepunkten, die jeweils 20 Minuten bis 1 Stunde dauerten. 

Keine neuen Dieselbusse ab 2021 mehr

Die Moskauer Behörden planen laut Medienberichten noch in diesem Jahr eine Ausschreibung für 100 weitere E-Busse. Kamaz hat eine erneute Bewerbung bereits in Aussicht gestellt: „Wenn es sein muss, produzieren wir bis zu 1.000 Fahrzeuge für Moskau und andere Regionen Russlands“, betont der russische Hersteller.

Die russischen Behörden haben der städtischen Luftverschmutzung  den Kampf angesagt und wollen den ÖPNV schrittweise elektrifizieren. Moskau will bis Ende 2019 rund 600 Elektrobusse auf die Straße bringen und ab 2021 nur noch batterieelektrische Fahrzeuge für den Linienbetrieb kaufen. Im Jahr 2030 soll die gesamte Moskauer Busflotte zu hundert Prozent aus Elektrobussen bestehen. (aho)

 

Quelle: Kamaz / eurasianetwork.eu

0
0
0
s2smodern

eMobilConvention Fachkongress für Elektromobilität

Das Programm für die eMobilConvention - Der Fachkongress für Elektromobilität steht fest!

Erfahren Sie im Veranstaltungsprogramm, was Sie am 28. und 29. Mai 2019 im RheinMain CongressCenter in Wiesbaden erwartet.

Newsletter-Registrierung

Ihr wöchentliches eMobilUpdate - informativ und mit weiterführenden Inhalten, kuratiert von der eMobilServer Online-Redaktion.
 

Unser Veranstaltungs-Tipp

Ladeinfrastruktur ko

(© iStock.com / adventtr)

Auf den "E-Mobilitätstagen" in München heisst vom 3.-4. Mai: ausprobieren und dabeisein. Besucher können an dem kostenlosen Event E-Fahrzeuge testen und Innovationen sowie Start-ups aus dem Bereich Elektromobilität näher kennen lernen.

Zum Event

Zahl der Woche

Elektromobilität Zahl der Woche

80.222

E-Bikes wurden 2018 in Österreich verkauft. Mit einem Marktanteil von 33 Prozent ist unser Nachbarland damit der drittgrößte EU-Markt für motorisierte Zweiräder, nach Belgien und den Niederlanden. Deutschland belegt Platz vier.

Video-Fundstück

Hier stellen wir interessante, kurze Videos zum Thema Elektromobilität und Energie aus dem World Wide Web vor.

"Small but not exclusively “urban”, affordable but rewarding, stripped to the bone, without ever making you look cheap": so bewirbt Fiat seinen Konzeptstromer Concept Centoventi, der nach dem "Plug and Play"-Prinzip aufgebaut ist. Ob das Fahrzeug in Serie geht, steht noch in den Sternen.