ein E-Scooter

Elektroroller spalten die Gesellschaft in tendenziell eher jüngere Befürworter und ältere Gegner. Das hat eine Umfrage des Bitkom ergeben.

Gute Ergänzung zum ÖPNV

Es ist durchaus nachvollziehbar: Wer aktuell oder in absehbarer Zukunft nicht mehr so gut zu Fuß ist, dem dürfte die aus seiner Sicht drohende Flut an E-Scootern, die laut  Entwurf zur Zulassung der Elektrokleinstfahrzeuge künftig auch auf Gehwegen und verkehrsberuhigten Zonen unterwegs sein dürfen, tendenziell eher ein Dorn im Auge sein. Denn Mancher wird wohl Sicherheitsbedenken haben.

Dass das tatsächlich der Fall, hat eine telefonische Umfrage des Verbandes Bitkom unter 1.004 Personen ab 16 Jahren in Deutschland ergeben. Zwei von drei Bundesbürgern zwischen 16 und 64 Jahren (66 Prozent) sind der Meinung, dass E-Scooter eine gute Ergänzung zu bestehenden öffentlichen Nahverkehrsangeboten wie Bus, Straßenbahn oder U-Bahn wären. Und mit 62 Prozent fordern ähnlich viele, dass E-Scooter in Deutschland möglichst schnell zugelassen werden. Unter den 16- bis 29-Jährigen fordern 71 Prozent, dass E-Scooter möglichst rasch genutzt werden dürfen. Unter den Senioren ab 65 Jahren halten dagegen nur 29 Prozent die Elektrokleinstfahrzeuge für eine gute ÖPNV-Ergänzung, und gerade einmal 16 Prozent plädieren für eine rasche Zulassung. Zugleich fordern 68 Prozent der Älteren, dass E-Scooter verboten werden sollten, weil sie zu gefährlich seien. Unter den Jüngeren (16 bis 64 Jahre) teilen nur 31 Prozent diese Sichtweise.

Welche Meinung hätten wohl Eltern jüngerer Kinder? (© Bitkom)

 

Eine deutliche Mehrheit der 16- bis 64-Jährigen (60 Prozent) würde E-Scooter gerne für Wege in der Freizeit nutzen. Unter den Älteren ab 65 sind es nur 13 Prozent. Und auch für den Weg zur Arbeit, zur Schule oder in die Hochschule stoßen die Fahrzeuge auf Interesse. 52 Prozent der 16- bis 64-Jährigen würden dazu einen Roller nutzen.

Angst vor mehr Unfällen

Allerdings sehen die Bundesbürger auch Risiken durch eine Verbreitung von Elektrorollern. So sagen 59 Prozent, dass es zu mehr Verkehrsunfällen kommen könnte. Während der Anteil bei den Jüngeren zwischen 16 und 64 Jahre bei 53 Prozent liegt, sind es bei den Älteren ab 65 ganze 75 Prozent. „Angesichts dieser Erwartungen ist es nicht überraschend, dass es eine breite Zustimmung für eine Forderung nach einer Versicherungspflicht für E-Scooter gibt“, so Bitkom-Präsident Achim Berg. 89 Prozent sprechen sich für eine solche Vorschrift aus – und hier gibt es kaum Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Bei den 16- bis 64-Jährigen die Zustimmung mit 88 Prozent nur leicht unter der der Älteren ab 65 mit 91 Prozent. 

Ein weiteres Ergebnis ist, dass 43 Prozent der 16- bis 64-Jährigen für einen E-Scooter auf private Autofahrten in der Stadt verzichten würde. Bei den Älteren ab 65 sind es 15 Prozent. Zudem ist quer durch alle Altersgruppen jeder zweite Bundesbürger überzeugt, dass Elektroroller ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz wären.

„An E-Scootern scheiden sich in Deutschland die Geister. Selten hat eine neue Technologie gleichzeitig so starken Zuspruch und so starke Ablehnung erfahren wie Elektro-Roller“, kommentiert Achim Berg die Untersuchung. (khof)

Quelle: Bitkom

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