E-Lastenrad Magdeburg

Logistiker der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg wollen schwedische Möbelhaus IKEA dabei unterstützen, ein E-Lastenrad-Verleihsystem in Magdeburg aufzubauen. Am Lehrstuhl für Logistik entwickelte Prof. Dr.-Ing. Hartmut Zadek gemeinsam mit dem Umweltamt der Landeshauptstadt und Studierenden ein Konzept für umweltfreundliche Mobilität. 

Zwei Kubikmeter Frachtraum, 80 Kilogramm Transportgewicht

Das Leihsystem soll in die Neuansiedlung im Norden Magdeburgs eingebunden werden, wo auch die IKEA-Filiale zu finden ist. Neben 1.100 PKW-Parkplätzen, vier kostenlosen Ladestationen für E-Autos und 90 Fahrradstellplätzen werden dort – je nach Größe des Einkaufs – nicht nur zwei Elektro-Kleintransporter, sondern auch Lastenfahrräder mit Elektroantrieb  zur Verfügung stehen. IKEA-Kunden können mit der Straßenbahn zum Einkauf fahren und anschließend ein E-Lastenfahrrad ausleihen, um die Neuerwerbungen sicher in die eigenen vier Wände zu transportieren. Für die Rückgabe könnten dann Fahrradgaragen genutzt werden, die im Stadtgebiet verteilt eingerichtet werden müssten, so die Überlegung.

Eine Rikscha-Cargoversion weist bis zu einem Kubikmeter Frachtraum auf und kann gut 70 bis 80 Kilogramm transportieren. Sind in Großstädten wie Magdeburg Autos im Schnitt mit einer Geschwindigkeit von 27 Kilometern pro Stunde unterwegs, erreicht das E-Lastenrad bereits eine Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 16 Kilometer pro Stunde. „Vor dem Hintergrund, dass viele Städte darüber nachdenken, im Innenstadtbereich die Geschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde zu beschränken, relativiert sich der Unterschied zwischen Auto und E-Fahrrad noch weiter“, gibt Professor Zadek zu bedenken. Neben der positiven CO₂-Bilanz seien die E-Lastenfahrräder als Pedelec auch noch kostengünstig, benötigten keine Zulassung und Steuern würden auch nicht erhoben.

Förderung über 200.000 Euro

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit fördert den Aufbau eines E-Lastenrad-Verleihsystems in Magdeburg mit rund 200.000 Euro, so dass drei Garagenanlagen bis Ende 2018 in Magdeburg aufgebaut werden können. Eine Pilot-Garage für E-Lastenfahrräder entsteht derzeit auf dem Campus der Universität.  Dieses Konzept könne auf Dauer aber nur im Zusammenwirken mit der Stadt funktionieren, so Zadek. Denn neben den Ausleihstationen gehöre eine nachhaltige Infrastruktur - für Lastenfahrräder ausgebaute Radwege und ein Netz von Ladestationen für E-Bikes - in das Radwegenetz.

 

Quelle: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Bildnachweis: Alexander Hannebohm/Universität Magdeburg

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