Volvo Concept Truck

Welchen Einfluss die von der EU beschlossene strenge Regulierung der CO2-Emissionen für Lkw hat, verdeutlicht eine aktuelle Mitteilung von Volvo Trucks. Man investiere "weiter im großen Stil in klimafreundlichere Transportlösungen", meldet der Lkw-Hersteller. So soll unter anderem noch in diesem Jahr die Serienproduktion des ersten Lkw mit Elektroantrieb anlaufen.

"EU-Beschluss kommt nicht überraschend"

Am 18. Februar hat die EU die Regulierung der CO2-Emissionen von Nutzfahrzeugen beschlossen. "Dass die EU jetzt CO2-Grenzwerte einführt, kommt nicht überraschend. Als flankierende Maßnahme würden wir stärkere finanzielle Anreize für diejenigen Kunden begrüßen, die mit gutem Beispiel vorangehen und sich für klimafreundlichere Fahrzeuge entscheiden", so Roger Alm, Präsident von Volvo Trucks. Darüber hinaus regt er eine "Beschleunigung des Prüf- und Zertifizierungsverfahrens durch die Behörden" an, was "die Einführung neuer Innovationen im Transportsektor beschleunigen" könnte.

2018 hatte Volvo Trucks seine ersten Lkw mit Elektroantrieb präsentiert. Deren Serienproduktion "wird dieses Jahr anlaufen", teilt das Unternehmen mit. „Unsere Technologie wird schon bald auch für andere Aufgaben im Nutzfahrzeugbereich bereit sein. Wenn die Nachfrage angeregt und das Netz für die neuartige Ladeinfrastruktur ausgebaut wird, werden die Stückzahlen schneller in die Höhe gehen”, sagt Lars Mårtensson, Direktor Umweltschutz und Innovation bei Volvo Trucks.

Volvo Trucks verweist darüber hinaus auch auf andere klimafreundliche Lösungen wie Erd- und Biogas, mit denen sich der Lkw-Hersteller beschäftigt. So verbrauche ein mit Erdgas betriebener Volvo FH LNG rund 20 Prozent weniger CO2 als ein vergleichbarer Diesel. Bei Verwendung von Biogas betrage der Unterschied sogar 100 Prozent („Tank-to-Wheel”).

Dieser indirekte Appell an die Politik dürfte wohl nicht auf taube Ohren stoßen. Treibt doch auch die Bundesregierung neben der Elektromobilität die Forschung rund um weitere alternative Antriebsarten voran. Ein Forschungsprojekt, das mit 87 Millionen Euro vom Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert und vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt begleitet wird, ist erst kürzlich gestartet.

Doch auch die Entwicklung von Diesel-Fahrzeugen wird bei Volvo Trucks weiter vorangetrieben, zumal diese am absatzstärksten sind. Auch seien seit Anfang der 90er-Jahre der Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen eines typischen Fernverkehrs-Lkw auf Dieselbasis um rund 20 Prozent gesunken.

Weitere Stellschrauben für geringeren Energieaufwand

Hinzu komme weiteres Verbesserungspotenzial dank effizienterer Antriebe, geringerer Rollwiderstände und einer besseren Aerodynamik. Jeder Lkw müsse im Hinblick auf seine spezifische Transportaufgabe optimiert werden. Während sich das Rahmenwerk der EU nur auf die Emissionen der Fahrzeuge bezieht, wähle Volvo Trucks einen breiteren Ansatz. „Wenn alle Teile des Transportwesens auf dasselbe Ziel hinarbeiten, lassen sich die klimatischen Auswirkungen deutlich stärker reduzieren. Bessere Logistik, breiterer Zugang zu Biokraftstoffen, Schulungen in Sachen klimafreundliche Fahrweise, aerodynamische Auflieger/Anhänger, bessere Straßen und mehr Möglichkeiten zur Nutzung von Fahrzeugen mit hoher Kapazität sind nur einige Beispiele dafür, welche Beiträge andere Akteure leisten können“, so Lars Mårtensson. (khof)

Quelle: Volvo Trucks

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