E-Müllauto Futuricum

Die Frankfurter Entsorgungs- und Service (FES) testet ab sofort das vollelektrisch betriebene Müllfahrzeug „Futuricum“ von Designwerk Products aus Winterthur in der Schweiz. Ob allerdings größere Stückzahlen geordert werden, ist noch fraglich, unter anderem dem vergleichsweise hohen Einkaufspreis geschuldet, wie FES mitteilt. Auch die Bürokratie hemmt offenbar den Ausbau der E-Fahrzeugflotte.

Vier E-Motoren

In Frankfurt wird derzeit durch die Frankfurter FES ein Test mit dem E-Müllfahrzeug "Futuricum" von Designwerk Product durchgeführt. Damit sei FES das "erste Unternehmen der deutschen Abfallwirtschaft", dass ein vollelektrisches Müllfahrzeug auf die Straße bringt.

Der Fokus des Tests liegt auf dem Stop-and-Go-Betrieb der Restmüll-Sammeltour mit 800-900 Abfalltonnen pro Tag, die binnen 8,5 Stunden geladen werden müssen. Das Fahrzeug soll vor allem im Frankfurter Nordwesten und damit in der Nähe des Depots im Stadtteil Heddernheim fahren. Längere, die Batterie strapazierende Fahrten, ins Sammelgebiet entfallen. Ein Aufladen der Batterien zur Mittagszeit ist nicht vorgesehen. Erst abends soll das Fahrzeug, das vorher in Thun in der Schweiz im Einsatz war, an eine Schnellladestation angeschlossen werden.

Das Fahrzeug selbst basiert auf einem Chassis von Volvo. Es liegt wie ein herkömmlicher Müllwagen auf drei Achsen und besitzt vier, insgesamt 680 PS starke E-Motoren. Seine Nutzlast beträgt, abhängig von der Batteriegröße, maximal elf Tonnen – ebenso viel wie beim Dieselfahrzeug. Die E-Motoren werden mit Lithium-Ionen-Akkus betrieben. Deren Kapazität beträgt je nach Anforderung zwischen 170 und 340 Kilowattstunden (kWh). Die Spannung liegt bei 400 Volt. Die beim Bremsen freiwerdende Energie wird zurückgewonnen und den Speichern zugeführt.

Noch teuer

Die Frankfurter Umweltdezernentin Rosemarie Heilig, zugleich Vorsitzende des FES-Aufsichtsrats, betont "auf die Ergebnisse des Tests gespannt zu sein". Allerdings sei der Einkauf größerer Fahrzeugstückzahlen nicht allein vom positiv verlaufenden Einsatz abhängig. Denn noch sei der Anschaffungspreis "etwa doppelt so hoch wie bei einem herkömmlich dieselbetriebenen Müllfahrzeug". FES verweist auf eine Berechnung des Herstellers, der zufolge sich die Kosten erst nach acht Jahren amortisierten. Dabei sei die steuerliche Begünstigung für E-Lkw in der Schweiz noch eingerechnet, die es in Deutschland so bisher nicht gibt. Allerdings hofft FES auf Preissenkungen. Denn Designwerk habe ein neues Produktionsareal bezogen, um in Serie zu produzieren.

Herausforderungen gibt es offenbar auch an anderer Stelle, nämlich gewisse Wartezeiten auf staatliche Fördergelder: „Unser Unternehmen wartet seit über einem halben Jahr auf die Bewilligung von zwei Förderanträgen, um ein Müllfahrzeug und einen Mülltonnentauscher auf Elektroantrieb umzurüsten,“ berichtet FES-Geschäftsführer Dirk Remmert.

Ein weiteres Elektromobilitätsprojekt, das in Frankfurt vorangetrieben wird, ist ein Test eines erdgas-elektrisch angetriebenen Prototyps eines Müllfahrzeugs („Silent Green“), der verbunden ist mit umfangreichen Messungen der Frankfurt University of Applied Sciences (FRA UAS). Zum FES-Fuhrpark gehören außerdem fünf Pedelecs, fünf Segways, 14 E-PKW sowie zwei Elektronutzfahrzeuge. (khof)

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