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Die Pilotprojekte, die im Rahmen des IKI-Projekts durchgeführt werden, sind aber erst der Anfang. Wie können Sie die Pilotprojekte anschließend auf breiter Basis einführen?

Wenn alles so läuft, wie wir es geplant haben, und zu entsprechenden politischen Entscheidungen führt, werden sich elektrisch betriebene Zwei- und Dreiräder durchsetzen. In Ostafrika brauchen wir jedoch Investitionen, damit in der Region elektrisch betriebene Zwei- und Dreiräder produziert werden, und wir brauchen stärkere Anreize für die Verbraucher. In Südostasien brauchen wir ebenfalls gezielte politische Maßnahmen und Investitionen. Zunächst wollen wir die Schaffung der gesetzlichen Rahmenbedingungen in der Region unterstützen, denn diese haben zurzeit Priorität. Anschließend wollen wir weitere Finanzierungsquellen für die Region erschließen.

Denken Sie, dass man in Kenia eines Tages nur noch Elektrofahrzeuge auf den Straßen sehen wird?

Oh ja, davon bin ich überzeugt! Ich würde mich zwar nicht auf einen Zeitpunkt festlegen wollen, aber schon jetzt kann ich sagen: Wir sind kein Land, das Autos herstellt, deshalb sind wir im Unterschied zu anderen Ländern aufgeschlossener gegenüber dem Thema Elektromobilität. Wir klammern uns nicht an eine Technologie. Deshalb stellt für uns der Übergang zur Elektromobilität eine Möglichkeit dar, unseren Energiebedarf künftig aus heimischen Energiequellen zu decken und eine sichere Energieversorgung des Landes zu gewährleisten. Allein aus diesen beiden Gründen ist es sehr wahrscheinlich, dass der Übergang zur Elektromobilität gelingen wird. Hinzu kommt, dass die kenianischen Verbraucher sehr offen für Neues sind. Wenn wir die richtigen Maßnahmen zur Förderung von elektrischen Zweirädern treffen, kann ein vollständiger Technologiewandel sehr schnell gehen. Natürlich haben wir die Sorge, dass wir nicht auf die richtigen Standards setzen, wenn wir den Wandel zu schnell vorantreiben. Ich denke dabei vor allem an Fragen im Zusammenhang mit der Akkutechnik; außerdem brauchen wir akzeptable Mindeststandards. Ich will damit keineswegs sagen, dass wir den Technologiewandel bremsen sollten, aber wir müssen ihn sinnvoll gestalten. Ein solcher Prozess ist wie ein Lauffeuer, das wir unter Kontrolle bringen müssen, damit es nicht zu schnell um sich greift. Die entscheidende Frage ist, ob in größerem Umfang Elektrofahrzeuge importiert werden, ohne dass es gelingt, solide Standards und politische Maßnahmen einzuführen, die die inländischen Hersteller unterstützen und zu einer Angleichung der Standards in der Region führen. Solche Standards wollen wir entwickeln. Um also Ihre Frage zu beantworten: Der Technologiewandel läuft bereits, und wir werden eine vollständige Umstellung auf Elektrofahrzeuge erleben. Die Frage ist, wie sich dieser Wandel vollziehen wird.

Vielen Dank für das Gespräch.

 

Das Projekt „Integration elektrischer 2-& 3-Räder in bestehende städtische Verkehrssysteme in Entwicklungsländern“wird von der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesumweltministeriums finanziert. Das Interview wurde während des Besuchs von Herrn Rubia auf der Transport and Climate Change Week in Berlin geführt. (sih)

Verwendung des Interviews auf emobilserver.de mit freundlicher Genehmigung der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI).

Quelle: IKI  

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