Patentanmeldungen: Verbrenner schlägt Elektromotor

In Deutschland liegt der Entwickler-Fokus bei Antriebstechniken eindeutig auf dem Verbrennungsmotor: das zeigt der Jahresbericht des Deutschen Patent-und Markenamtes. Die deutschen Patente für Elektromotoren nehmen dennoch zu. Überraschungen gibt es beim eMobility-Musterschüler China.

Prozentualer hoher Anstieg bei Elektromotoren

Bei den eingereichten Patentanmeldungen für Elektroantriebe verzeichnete das DPMA 2017 ein leichtes Minus: insgesamt gab es 6,6 Prozent weniger Anträge als im Vorjahr. Mit einkalkuliert wurden dabei aber auch die rückläufigen Anmeldungen aus den USA, Japan, Korea, Frankreich und China. Betrachtet man nur die Anmeldezahlen von Unternehmen mit Sitz in Deutschland, wurden 2017 knapp 15 Prozent mehr Patente angemeldet als im Veröffentlichungsjahr 2016. Im Vergleich dazu: die Patentanmeldungen aus China liegen seit Jahren im einstelligen Bereich. Der Entwicklungsschwerpunkt bei den E-Antrieben liegt nach Angaben des Deutschen Patent-und Markenamtes „nach wie vor auf der einfachen, kostengünstigen und raumsparenden Anordnung der Elektromotoren“.

Bei den Verbrennungsmotoren zeigt sich gegenüber 2016 ein Anmeldeplus von 15 Prozent – die Gesamtzahl der deutschen Anträge beläuft sich für 2017 damit auf 2 108. Auch Korea und China haben die Anzahl ihrer Patente für Verbrenner gesteigert (187 bzw. 18 Anträge). In den USA, Japan und Frankreich sind diese Zahlen hingegen rückläufig. „Ein großer Teil der Anmeldungen für Verbrenner betrifft Abgasnachbehandlungen mittels SCR-Verfahren – der Selective Catalytic Reduction“, führt die Behörde aus.

Bei den Patentanmeldungen für Hybridantriebe sind die Zahlen länderübergreifend rückläufig. Deutschland führt mit 1.085 Anträgen die Liste an, danach folgt Japan (616), die USA (499), Korea (378), Frankreich (58) und China (25). Der Entwicklungsschwerpunkt bei Hybridantrieben liegt häufig beim optimierten Zu- und Abschaltens des Verbrennungsmotors. Auch das Energie- und Akkuladungsmanagement für Plug-in-Hybride steht nach Darstellung des DPMA im Fokus der Forscher.

Wer reicht die meisten Anträge ein?

Unangefochtener Spitzenreiter ist im Jahr 2017 die Robert Bosch GmbH mit 4 038 Anmeldungen - mit einer Steigerung im Vergleich zu 2016 um 9,3 Prozent. Die Schaeffler Technologies AG & Co. KG konnte den zweiten Platz mit einer leichten Steigerung um 2,9 Prozent auf 2 383 Anmeldungen verteidigen. Die Ford Global Technologies, LLC verbesserte sich mit einer signifikanten Steigerung von rund 14,4 Prozent von Rang 4 im Vorjahr auf Rang 3. Dahinter folgen die Bayerische Motoren Werke AG, die Daimler AG und die Audi AG. Die Zahlen beziehen sich auf alle angemeldeten Patente der Konzerne über alle Technologie-Bereiche hinweg. (aho)

 

Quelle: dpma.de

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