Elektrifizierung bei Volkswagen nimmt Fahrt auf

In Wolfsburg setzt man weiter konsequent auf Elektromobilität: Bis Ende 2022 will Volkswagen weltweit an 16 Standorten Elektrofahrzeuge produzieren. Ganz abschreiben will Volkswagen den Diesel dennoch nicht.

Basis der VW-Strategie: Die Roadmap E

 „Wir haben in den vergangenen Monaten alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die ‚Roadmap E‘ zügig und entschlossen umzusetzen", erklärte Konzernchef Matthias Müller am 13. März 2018 auf der Jahrespressekonferenz in Berlin. Volkswagen hatte im vergangenen Herbst mit seiner „Roadmap E" angekündigt, bis zum Jahr 2025 bis zu drei Millionen E-Autos pro Jahr zu bauen und 80 neue elektrifizierte Konzernmodelle auf den Markt zu bringen. "Das ist keine unverbindliche Absichtserklärung, sondern eine Selbstverpflichtung, an der wir uns ab heute messen lassen“, hatte Müller damals angekündigt.

VW Elektro offensive Müller IAA

VW-Konzernchef Matthias Müller © Volkswagen AG

Asien als wichtiger Markt für VW

Aktuell produziert Volkswagen an drei Standorten Elektrofahrzeuge - in den kommenden zwei Jahren sollen neun weitere Werke dazukommen. Um für den "massiven Ausbau" der Elektromobilität die Batteriekapazitäten zu sichern, seien bereits Partnerschaften mit Batterieherstellern für Europa und für China vereinbart worden. Der Konzern plant außerdem, künftig in China produzierte Fahrzeuge zu exportieren: zunächst auf die Philippinen und später in weitere südostasiatische Märkte.

Zu den acht E-Autos und Plug-In-Hybriden, die Volkswagen bereits im Programm hat, sollen im laufenden Jahr 2018 neun weitere neue Fahrzeuge hinzukommen - davon drei reine Elektro-Fahrzeuge. Einige Neuheiten hatten die Wolfsburger bereits vergangene Woche auf dem Autosalon in Genf vorgestellt, wie etwa den Audi e-tron, den Porsche Mission E und den I.D. Vizzion.

"Wir wollen die weltweit größte Elektro-Flotte auf die Straße bringen"

- Volkswagen - Konzernchef Matthias Müller

Volkswagen schreibt den Diesel nicht ab

Ab 2019 gehe es dann bei der E-Modelloffensive „fast im Monatsrhythmus" weiter, kündigte Müller an. „Über alle Marken und Regionen hinweg wollen wir auf diese Weise schon in wenigen Jahren die weltweit größte Elektro-Flotte auf die Straße gebracht haben." Der Vorstandsvorsitzende betonte aber, dass dies nicht die Abkehr von konventionellen Antrieben bedeute. Der moderne Dieselantrieb sei – auch mit Blick auf den Klimaschutz – Teil der Lösung, nicht das Problem.

„Wir investieren kraftvoll in die Mobilität von morgen – aber ohne die aktuellen Technologien und Fahrzeuge zu vernachlässigen, die noch für Jahrzehnte eine wichtige Rolle spielen werden", sagte der 64-Jährige. Demnach will der Konzern allein 2018 fast 20 Milliarden Euro in das "konventionelles Fahrzeug- und Antriebsportfolio" investieren; über die nächsten fünf Jahre sollen es in Summe über 90 Milliarden Euro sein.

„2017 war ein exzellentes Jahr für den Volkswagen Konzern und seine Marken. Wir sind wieder in der Offensive – und wir werden es weiter bleiben", betonte der Vorstandschef. Das gelte insbesondere für die Elektromobilität. Schon jetzt zahle sich die Neuausrichtung im gesamten Konzern aus. „Bei uns ist viel in Bewegung gekommen. Und wir haben noch sehr viel vor." (aho)

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Bamberg testet als erste deutsche Stadt ein E-Scooter Verleihsystem. Falls der Test reibungslos verläuft, sollen die Roller noch im Frühjahr zugelassen werden. Der Bayrische Rundfunk hat Passanten auf der Straße die elektrischen Kleinfahrzeuge testen lassen.