Chinas Antwort auf Tesla: Nio launcht Elektro-SUV

Das chinesische Start-Up Nio hat am vergangenen Samstag in Peking  seinen Elektro-SUV ES8 vorgestellt. Der Stromer soll weniger als die Hälfte des Models X von Tesla kosten - und dem amerikanischem Hersteller die Stirn bieten.

Das vernetzte Elektroauto als Erfolgskonzept

Der Elektro-SUV ES8 von Nio startet ohne Subventionen bei einem Basispreis von 448.000 Yuan (67.788 US-Dollar). Der Konkurrenzstromer, Teslas Model X, startet bei 836.000 Yuan und kostet somit gut das Doppelte. "Mit dem ES8 realisieren wir trotzdem eine vernünftige Gewinnspanne.  Die zusätzlichen Dienstleistungen sind für uns allerdings noch nicht rentabel. Wir hoffen, dass sich dies mit wachsendem Marktanteil ändert", erklärte Nio-Chef William Li. Bei der Vorführungsveranstaltung am 6. Dezember in Peking nahmen tausende Vorbesteller des ES8 teil, um ihr zukünftiges Auto live erleben zu können.

Der ES8 basiert auf einem digitalen Gesamtkonzept: Der Fahrer soll mittels Vernetzung ein neues Fahrgefühl erleben. "Nio ist in der Ära des mobilen Internets, im Jahr 2014, entstanden. Smartphones und Apps spielen im Alltag der Menschen eine sehr viel größere Rolle als noch vor einigen Jahren. Das gibt Unternehmen wie uns eine einmalige Chance, die Automobilindustrie zu revolutionieren", sagte Li bei der Veranstaltung.

Der Nio ES8 Imagefilm

Akkuwechsel statt Aufladen

Der Elektro-SUV kommt etwa 355 Kilometer weit, der 635 PS-starke Elektromotor schafft es in 4,5 Sekunden auf 100 km/h. Der ES8 verfügt über ein Fahrassistenzsystem mit Autobahnpilot, Staupilot und automatischen Notbremsungen. Ein Miniroboter reguliert die Temperatur im Fahrzeug und koordiniert das Fahrzeug-Dashbord. Das integrierte Akkuwechsel-System Nio Power erlaubt einen Akkutausch in nur drei Minuten und soll die herkömmliche Ladetechnik via Ladekabel ergänzen. 1.100 solcher Powerswap-Stationen will Nio bis 2020 in den chinesischen Metropolen errichten. Zusätzlich zu dem Netz aus stationären Ladestationen und Powerswap können Nio-Kunden von mobilen Ladefahrzeugen profitieren, die in zehn Minuten für genügend Stromnachschub für 100 Kilometer liefern.

Das "globale Start Up", wie sich Nio selbst nennt, beschäftigt weltweit mehr als 2000 Mitarbeiter an 13 Standorten, darunter München (Kreativzentrum) und  San Jose (Entwicklungszentrum). Zu Nios Geldgebern gehören Tech-Unternehmen wie der Technologie-Riese Tencent und der Handyhersteller Xiaomi. Neben Nio positionieren sich weitere heimische "Tesla-Herausforderer" wie Byton und Xpeng auf dem chinesischen Elektroauto-Markt. Mit Künstlicher Intelligenz und Internet-Konnektivität wollen die Autohersteller bei ihrer potentiellen Kundschaft punkten. Li erklärte, dass bis zu 100.000 ES8 durch die Zusammenarbeit mit chinesischen Autohersteller JAC Motors produziert werden können. Der ES8 soll in frühestens drei Jahren auf den europäischen Markt kommen.

 

Quelle: scmp.com

           Nio Newsroom

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