Elektrofahrzeug-Recycling: Aus der Leistungselektronik können enorme Mengen an Edelmetallen wiedergewonnen werden

Die Leistungselektronik von Elektrofahrzeugen enthält wertvolle Metalle. Diese sollten, so eine aktuelle Untersuchung des Öko-Instituts mit Partnern, statt im konventionellen Autoschredder in spezialisierten Elektronik-Recyclinganlagen zurückgewonnen werden.

Elektrorecycling effizienter als Schredder

Auf diese Weise könnten insbesondere Edelmetalle wie Gold, Silber und Palladium mit Rückgewinnungsgraden über 90 Prozent wiedergewonnen werden. Das zeigt der Vergleich mit dem herkömmlichen Recycling im Autoschredder. Hochgerechnet auf eine Tonne Leistungselektronik schätzen die Wissenschaftler, dass durch das gezielte Elektrorecycling rund sieben Gramm Gold, 23 Gramm Silber, ein Gramm Palladium und 500 Gramm Zinn mehr zurückgewonnen werden könnte als beim Recycling über den Autoschredder.  Eine Tonne Leistungselektronik fällt an, wenn rund 100 Elektrofahrzeuge verwertet werden.

Relevante Rohstoffrückgewinnung in der Zukunft

Für die Zukunft nehmen die Experten an, dass bei einem jährlichen Absatz von einer Million Elektrofahrzeugen schätzungsweise folgende Metallmengen wiedergewonnen werden könnten: sieben Tonnen Zinn, 85 Kilogramm Gold, 300 Kilogramm Silber, 17 Kilogramm Palladium und 70 Tonnen Kupfer.

„Zum Vergleich: Heute kommen im gesamten Elektrik- und Elektronikbereich in Deutschland 12 Tonnen Gold zum Einsatz“, sagt Dr. Winfried Bulach, Wissenschaftler am Öko-Institut. „Die Zahlen machen deutlich, dass bei einem künftigen Durchbruch der Elektromobilität – also mit einer jährlichen Neuzulassung von mehreren Millionen Fahrzeugen – ein optimiertes Recycling zu relevanten Ressourcen-Einsparungen führen kann. Und auch wirtschaftlich ist das Elektrorecycling trotz höherer Kosten von Vorteil.“

Das Öko-Institut arbeitet für das Projekt „Elektrofahrzeugrecycling 2020“ mit den Partnern Electrocycling GmbH, TU Clausthal, Volkswagen AG und PPM Pure Metals GmbH zusammen. Es wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert.

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