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Man sieht und hört sie immer öfter auf den Straßen, und für manche ist das „E“ auf dem Nummernschild bereits wichtiges Statussymbol: E-Autos und Hybride sind zunehmend ein Teil des Stadtbildes geworden. Im Dezember 2021 kletterte der Anteil der E-Autos in den Gesamt-Zulassungszahlen in Deutschland erstmals auf über 21 Prozent. Die staatlichen Förderungen von bis zu 9.000 Euro, die noch bis Ende 2022 beantragt werden können (und von der Ampel-Regierung möglicherweise nochmals verlängert werden), tragen sicherlich ihren Teil dazu bei.

Zuerst das Positive

Den Deutschen ist und bleibt Umweltschutz wichtig – wichtiger sogar, als einer bestimmten Automarke treu zu bleiben. So gaben über 42 Prozent der 2.045 Teilnehmer unserer nicht-repräsentativen Umfrage an, dass die Marke eines eventuellen E-Neuwagens zweitrangig wäre. Viel mehr stehen für sie überzeugende Innovationen im Vordergrund (46 Prozent). Ca. 15 Prozent geben ehrlich zu, dass sie ein Modell gerade wegen der Möglichkeit der staatlichen Förderung gewählt haben oder wählen würden.
A propos Innovation: Knapp die Nase vorne hat unter allen Arten umweltfreundlicher Fahrzeuge das reine E-Auto, also das ausschließlich batterieelektrisch betriebene Fahrzeug ohne Verbrennungsmotor. Das deckt sich mit der Aussage von 50 Prozent aller Befragten, aus Gründen der Nachhaltigkeit ein E-Auto in Betracht zu ziehen. Auf Platz zwei (41 Prozent) der Gründe findet sich die Förderprämie, auf Platz drei die geringeren Steuern und Versicherungskosten.

50 Prozent sagen kategorisch Nein zum Stromer

Dennoch zeigt eine nicht-repräsentative Umfrage von reifen.com unter den Besuchern unserer Webseite weiterhin Zurückhaltung den Stromern gegenüber. So geben zwar über 20 Prozent der Befragten an, bereits ein E-Auto oder einen Hybriden zu fahren, jedoch vermelden knapp 50 Prozent, dass ein Stromer bei einem Neuwagenkauf nicht für sie in Frage käme – trotz aller Forderungen und Förderungen. Die Gründe hierfür sind eindeutig: Die Anschaffungskosten seien weiterhin zu hoch (78 Prozent), die Reichweite wird als zu gering empfunden (71 Prozent), und die Ladeinfrastruktur sei schlecht ausgebaut oder es bestehe gar keine Lademöglichkeit, zum Beispiel in Mietshäusern und/oder deren Tiefgaragen (71 Prozent). Der Fairness halber muss hinzugefügt werden, dass die Abstimmung knapp war. Denn 43 Prozent antworteten auf die Frage nach dem E-Neuwagenkauf mit Ja, und 9 Prozent wollten keine Angabe machen. Zudem haben unsere zu 90 Prozent männlichen Umfrageteilnehmer mit über 15.000 Kilometern Fahrleistung pro Jahr einen leicht überdurchschnittlichen Anspruch an ihr Fahrzeug. Im Deutschen Mittel sind es nur knapp 14.000 Kilometer im Jahr für alle Geschlechter. Die Fahrer des klassischen Familien- oder Zweitwagens tauchen also in dieser Statistik kaum auf, stellen aber eine große Zielgruppe der E-Fahrzeuge.

Leasing als großer Gewinner der Unsicherheiten

Überraschend: Knapp 47 Prozent der befragten User können sich vorstellen, ein E-Auto zu leasen. Das deckt sich grob mit der Gesamtstatistik der Leasingfahrzeuge in Deutschland – 2019 machten diese 42,1 Prozent aller deutschen Zulassungen aus. Möglich, dass dieses Antwortverhalten daher rührt, dass unsere befragte Gruppe überdurchschnittlich viele Firmenwagen-Fahrer oder Selbständige beinhaltet. Im Gegenzug würden 37 Prozent das Auto lieber kaufen. (Keine Angabe: 16 %.)

Stellt man sich das Leasing als eine Art „Kauf auf Probe“ vor, versteht man schnell, wie dieses Stimmungsbild entsteht. Das Vertrauen, dass Benziner und Diesel in etwa hundert Jahren automobiler Geschichte aufbauen konnten, wird den Stromern nicht einfach so geschenkt, es muss aufgebaut werden. Zukunftsforscher kennen solche Effekte, und es ist normal, dass eine Technik sich jahre- oder jahrzehntelang beweisen muss, bevor die breite Masse bereit ist, Geld dafür auszugeben.

Quelle: reifencom GmbH

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