Starkes Wachstum bei Elektro- und Hybrid-Pkw

Rekordwachstum bei Elektroautos: Absatz im Juni mehr als verdoppelt

Peter Fuß, Partner bei EY: „Auf dem deutschen Neuwagenmarkt herrscht zurzeit Stillstand: Der Absatz stieg im ersten Halbjahr nur um 0,5 Prozent, und die Aussichten für die zweite Jahreshälfte sind sehr bescheiden. Denn in den kommenden zwei Monaten dürften wir aufgrund des Absatzbooms im Vorjahr negative Wachstumszahlen sehen.“ Im Sommer 2018 waren aufgrund der WLTP-Umstellung massiv nicht-WLTP-zertifizierte Neuwagen in den Markt gedrückt wurden. Schon im Juni entwickelte sich der Absatz schwach – minus 4,7 Prozent – was allerdings auch auf Kalendereffekte zurückzuführen sein dürfte, da der Juni weniger Verkaufstage aufwies als im Vorjahr.

 Obendrein stehe im September schon die nächste, verschärfte Stufe des WLTP-Prüfzyklus an, die erneut zu einem ausgedünnten Modellangebot und entsprechenden Absatzrückgängen führen könnte, falls es den Herstellern nicht gelingt, rechtzeitig alle Typprüfungen zu absolvieren. „Die Branche hat aus den massiven Schwierigkeiten des Vorjahres zwar gelernt“, sagt Fuß. „Dennoch wird die neue WLTP-Stufe eine Herausforderung. Wahrscheinlich wird es in den ersten Monaten ab September erneut einstellige Absatzrückgänge geben.“ Fuß rechnet vor diesem Hintergrund – und aufgrund der deutlich eingetrübten Wirtschaftslage – mit einem Absatzrückgang im Gesamtjahr 2019 im niedrigen einstelligen Bereich.

Während der Gesamtabsatz auf dem deutschen Neuwagenmarkt im ersten Halbjahr kaum von der Stelle kam, ergaben sich bemerkenswerte strukturelle Veränderungen: steigende Absatzzahlen beim Diesel, hohe Wachstumsraten bei Elektroautos und

Trend 1: Diesel kommt zurück – allerdings nur in Deutschland

Die deutschen Kunden kaufen wieder häufiger Dieselautos. Nachdem der Absatz von Dieselfahrzeugen im Zuge des Dieselskandals seit dem Spätsommer 2015 massiv eingebrochen war, hat sich der Marktanteil von Selbstzündern – zumindest in Deutschland – im ersten Halbjahr stabilisiert. So kletterte der Absatz von Diesel-Fahrzeugen um 3,0 Prozent, während die Zahl der neu zugelassenen Benzin-Pkw um 5,4 Prozent sank. Der Marktanteil von Selbstzündern stieg von 32,1 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 32,9 Prozent in der ersten Jahreshälfte 2019.

Der Juni war damit der sechste Monat in Folge mit einem steigenden Diesel-Marktanteil (plus 0,4 Prozentpunkte). „Wir sehen einer anhaltend positive Nachfrageentwicklung bei Geschäftswagen und im SUV-Segment, hier ist der Diesel nach wie vor stark“, beobachtet Fuß. „Zudem ist die Diskussion um den vermeintlich schmutzigen Diesel zuletzt abgeebbt, und es setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass moderne Diesel äußerst sauber sein können.“ Fuß rechnet mittelfristig mit einem Diesel-Marktanteil von etwa 30 Prozent. „Im Kleinwagen- und zunehmend auch im Kompaktsegment wird der Diesel allerdings keine Rolle mehr spielen.“

Trend 2: Elektroautos stark im Kommen – Strafzahlungen werden trotzdem wahrscheinlicher

Derzeit zeigt die Absatzentwicklung bei Elektroautos und Hybrid-Modellen klar nach oben: Die Neuzulassungen von Hybrid-Modellen stiegen in Deutschland im ersten Halbjahr deutlich um 69,1 Prozent, im Juni in einem insgesamt schwachen Markt bei immerhin 64 Prozent.

Die Neuzulassungen reiner Elektroautos stiegen im ersten Halbjahr sogar um 80,2 Prozent und im Juni um starke 117 Prozent. Der Marktanteil von Elektroautos (ohne Plug-in Hybride) lag im ersten Halbjahr bei 1,7 Prozent – nach 0,9 Prozent im Vorjahreszeitraum.

„Der Absatz von Elektroautos entwickelt sich erfreulich dynamisch – in absoluten Zahlen ist das Absatzniveau allerdings nach wie vor überschaubar“, so Fuß. „Es ist aber offensichtlich, dass derzeit kräftig Bewegung in den Markt kommt: Neue attraktive Modelle im Premiumsegment erhöhen die Sichtbarkeit von Elektroautos im Straßenverkehr deutlich und haben das Potenzial, Begehrlichkeiten zu wecken. Dass die Nachfrage bereits bemerkenswert groß ist, sieht man an den Lieferzeiten, die teils bei einem Jahr liegen und an den hohen Wachstumsraten.“ Bemerkenswert sei der relativ hohe Anteil von privaten Käufern: Während in den ersten fünf Monaten des Jahres 36 Prozent aller Neuwagen von Privatpersonen zugelassen wurden, lag der Anteil bei Elektroautos nach EY-Berechnungen bei 48 Prozent.

Wichtig sei nun, dass sich die Ladeinfrastruktur massiv verbessere, um den Positivtrend aufrecht zu erhalten, so Fuß: „Im weiteren Verlauf des Jahres und vor allem im kommenden Jahr werden neue Modelle auf den Markt kommen – auch in niedrigeren Preisregionen. Und es ist davon auszugehen, dass sich die Liefersituation verbessert. Damit dürfte einem deutlichen Anstieg der Verkäufe von Elektroautos nur wenig im Wege stehen – dann ist ein Marktanteil um die fünf Prozent rasch erreichbar.“

Doch selbst ein derart starkes Absatzwachstum von Neuwagen mit alternativen Antrieben wird wenig daran ändern, dass die CO2-Emissionen der Neuwagenflotte deutlich zu hoch sind. Im Juni lag der Durchschnittswert bei 156,7 g/km – und damit nur knapp unter dem Durchschnittswert des ersten Halbjahres von 157,7 g/km. „Der Trend bei den CO2-Emissionen zeigt immer noch nicht nach unten – was vor allem auf den relativ niedrigen Diesel-Absatz und den Trend zu wenig sparsamen SUVs zurückzuführen ist. Daran dürfte sich in den kommenden Monaten nichts ändern, so dass es immer wahrscheinlicher wird, dass auf viele Hersteller hohe Strafzahlungen wegen zu hoher Emissionen zukommen.“

Quelle: EY Ernst & Young GmbH

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