Bild vom "microSnap"

Das Schweizer Unternehmen Rinspeed wird auf der CES 2019 ein Fahrzeug in der Größe eines Renault Twizy präsentieren, dessen Fahrgestell und Aufbauten je nach Bedarf zusammengesetzt und wieder getrennt werden können. Denn der Firmenchef Frank M. Rinderknecht hat eine Vision.

Von Lebensmitteln bis hin zu Taxi-Passagieren

Für das eidgenössische Unternehmen ist die Zeit der großen Lieferwagen, die Kunden wie Perlen auf einer Schnur nacheinander über den Tag bedienen, vorbei. Frank M. Rinderknecht, der 1979 die Rinspeed AG gründete und sich selbst als "Autovisionär" bezeichnet, ist davon überzeugt, dass künftig auch kleine autonome Fahrzeuge Ware, sogar gekühlt oder gewärmt, schneller beziehungsweise "just in time" zum Kunden bringen werden. Oder aber, dass zweisitzige "Robo-Taxis" Passagiere zügiger zum Ziel bringen werden als größere Sammeltaxis.

Geleitet von dieser Vision hat Rinderknecht nun sein Konzeptfahrzeug "Snap" geschrumpft: auf die Größe eines Renault Twizy mit der Bezeichnung "microSnap". Das Fahrwerk, das sogenannte Skateboard, und die Aufbauten, die Pods, sind austauschbar: sozusagen eine "Hochzeit" von Karosserie und Chassis auf Zeit. Während die Aufbauten die Lebensdauer eines regulären Autos hätten, enthält das Fahrwerk die verschleiß- und alterungstechnischen Komponenten, wie die IT fürs autonome Fahren. Die Skateboards sollen, wenn ihre Betriebsdauer erreicht ist, recycelt werden, während die Pods länger genutzt werden können. 

Weltpremiere hat das Fahrzeug am 7. Januar 2019 in Las Vegas auf der CES. Ebenfalls zum ersten Mal wird dort eine vollautomatisierte Roboterstation, die Fahrgestell und Aufbauten selbstständig zusammenfügt und trennt, gezeigt. Inzwischen ist ein Start-Up in Planung und Frank M. Rinderknecht führt Gespräche mit Investoren, um den „Snap“ auf die Straße zu bringen.

So viele beteiligte Unternehmen

Zahlreiche Firmen haben am "microSnap", dem 25. Konzeptcar von Rinderknecht, mitgewirkt. Das Konzept zur Idee lieferte 4erC, Esoro hat das E-Mobil konstruiert und technisch umgesetzt. Das Robotik-System und der automatisierte Ladehilfe-Assistent stammen von Kuka aus Augsburg. Die Beleuchtungstechnik haben Osram und Prettl Lighting & Interior geliefert. Verbaut ist zudem ein 48-Volt-Traktionsmotor von Mahle.

Ebenfalls beteiligt an dem Projekt waren Harman mit der Ignite Cloud-Plattform, die unter anderem Entertainment, mehrstufige Authentifizierung, Spracheingabe und Aufteilung des Innenraums in zwei separate Sprachzonen für die beiden Mitfahrer ermöglicht, Luxoft mit seinen Kompetenzen im Bereich des autonomen Fahrens oder Bamboo Apps unter anderem mit Connected-Car-Apps. Und damit noch nicht genug: MHP und SAP steuerten ihre Kompetenzen im Bereich digitaler Dienste für automatisierte Transportlösungen, Datenanalysen und maschinelles Lernen bei, EY Advisory kümmerte sich um nutzungsbasierte Abrechnungen, Gentex und Ibeo Automotive Systems sind mit ihrer Sensorik-Technik vertreten, NXP mit Antennentechnik.  

Zudem fährt der „microSNAP“ mit einem Drive-by-Wire-System von Bozzio. Die Sicherheit der Datenübertragung wurde von Dekra getestet. Der Strom gelangt ein Schnelllade-Kabel mit Hochvolt-Technologie der Firma Harting ins Fahrzeugnetz. Der Esslinger Thermomanagement-Spezialist Eberspächer steuert mit seiner Klima-Technik die Temperatur.

Ein die gesamte Fahrzeugbreite einnehmendes, gecurvtes 49-Zoll LED-Display sorgt für die visuelle Interaktion. (© Rinspeed)

 

FoamPartner hat akustisch und thermisch wirksame Schaumstoffe beigesteuert, Strähle+Hess Textilprodukte. Die im Fahrzeugsitz eingesetzte Maschenware wurde von der Spinnerei Schoeller gefertigt. Das Chemie-Unternehmen Stahl hat ebenfalls seine Expertise für Oberflächen eingebracht, der südkoreanische Hersteller Kolon Glotech hat einen sogenannten Sanggam-Druck für Sitze und Verkleidungen beigesteuert. Das Leder kommt von Bader aus Göppingen. Lear hat eine "intelligente Sitzlösung" namens ‘ProActive Comfort’ zugefügt, die auf individuelle Fahrgastbedürfnisse ausgelegt ist, beispielsweise Stress und Müdigkeit erkennt und die Sicherheit fördert. 

Und nicht zuletzt kommen Fasern von Lenzing Automotive Interiors zum Einsatz und ein Heizungs- und Kühlsystem für die Sitzplätze von Gentherm. Auch zusammengearbeitet wurde mit HFM, spezialisiert auf virtuelle Prototypen-Entwicklung.

Erst kürzlich hatte Audi gemeinsam mit Airbus ein ähnliches modulares System vorgestellt, das zusätzlich eine Drohne als Transporter für die Passagierzelle einbindet. (khof)

Quelle: Rinspeed

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