Studie: Reichweite von Elektroautos nimmt deutlich zu

Die sogenannte „Reichweitenangst“ ist oftmals unbegründet, aber immer noch einer der Hauptgründe gegen ein Elektroauto. Das dürfte in Zukunft jedoch immer weniger ins Gewicht fallen, wie die Unternehmensberatung Horváth & Partners in ihrem jährlichen „Fakten-Check Mobilität 3.0“ feststellt.

Demnach besaßen neu zugelassene Elektrofahrzeuge 2017 im Durchschnitt eine Reichweite von knapp 300 Kilometern – das sind 10 Prozent mehr als noch 2016. Für 2020 prognostizieren die Berater eine durchschnittliche Reichweite von über 400 Kilometern.

Durchschnittlich 298 Kilometer Reichweite in 2017

Um die durchschnittliche Reichweite zu ermitteln, gewichtete Horváth & Partners die Reichweitenangabe der Hersteller mit den jährlichen Verkaufszahlen der entsprechenden Fahrzeuge. 2011 lag der durchschnittlich angegebene Wert noch bei etwa 150 Kilometern. 2014 gelang der Sprung über die 200-Kilometer-Grenze. 2017 erhöhte sich die durchschnittliche angegebene Reichweite aller verkauften Elektrofahrzeuge auf 298 Kilometer.

„Treiber dieser Entwicklung sind nicht nur neue Modelle mit höheren Reichweiten, sondern insbesondere Facelifts bereits existierender Modelle, mit denen die Hersteller versuchen, die Reichweiten ihrer elektrischen Flotte stetig zu erhöhen“ erklärt Studienleiter Oliver Greiner. Das Facelift des Volkswagen e-Golf erhöhte die Reichweite des Modells beispielsweise von 190 Kilometer auf etwa 300 Kilometer. Renault konnte die Reichweite des ZOE von 240 Kilometer auf etwa 400 Kilometer erhöhen. Das immer noch reichweitenstärkste Fahrzeug, das Tesla Model S 100D, verfügt laut Herstellerangaben über eine Reichweite von 632 Kilometer.

Hohe Reichweitenansprüche trotz weniger Realkilometer

„Die Entwicklung zeigt, dass Käufer von Elektrofahrzeugen Modelle mit größeren Reichweiten bevorzugen, obwohl die meisten von ihnen keine 40 Kilometer pro Tag fahren“ erklärt Thomas Becker, Automobilexperte bei Horváth & Partners und Co-Autor der Studie. Die Steigerungen seien auf größere Batterien und eine erhöhte Energiedichte zurückzuführen, so die Berater. Eine effizientere Energienutzung durch einen geringeren Energieverbrauch pro gefahrenen Kilometer hätte man nicht feststellen können.

Der positive Reichweiten-Trend wird sich wohl weiter fortsetzen, denn fast alle Hersteller haben bis 2020 Modelle angekündigt, die deutlich über 300 Kilometer Reichweite schaffen sollen. Die Managementberater gehen daher davon aus, dass bis 2020 ein neu zugelassenes reines Elektroauto im Durchschnitt mit einer Batterieladung eine Distanz von über 400 Kilometern zurücklegen kann.

Über die Studie

Für die Reichweitenermittlung orientierten sich die Berater an den Herstellerangaben entsprechend dem sogenannten NEFZ Verfahren. Da dieses Verfahren Reichenweiten unter optimierten Bedingungen ermittelt, liegen die tatsächlichen Reichweiten in der Praxis unter diesen Werten. (aho)

 

Quelle: Horváth & Partners via Pressebox

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