Erste E-Bikes mit ABS in Deutschland

Das erste serienreife Antiblockiersystem (ABS) für Pedelecs ist bei ausgewählten Flottenanbietern im Einsatz. Das Bosch eBike ABS wird in Trekking- und City-eBikes verbaut und soll Pedelec-Unfälle um 25 Prozent reduzieren.

Flotteneinsatz bei ausgewählten Herstellern

Im Flotteneinsatz sind derzeit insgesamt 220 Räder der Hersteller Centurion, Cresta, Flyer, Kalkhoff und Riese & Müller mit Bosch eBike ABS auf den Straßen unterwegs. Mit der Teilnahme an der Einführungsphase sollen die Fahrradhersteller auf das Potenzial und die sicherheitsrelevanten Aspekte dieser Neuentwicklung aufmerksam machen. Gleichzeitig diene die Einführungsphase den Fahrradherstellern und Bosch eBike Systems zur Vorbereitung auf den flächendeckenden Einsatz.

Schrittweise Einführung

„Wir führen das System schrittweise ein. ABS liefern wir seit September 2017 an Fahrradhersteller aus. Diese integrieren es zunächst in Fahrräder, die in den sogenannten Flottenbetrieb gehen – beispielsweise in Tourismusflotten oder Verleihflotten“, erklärt Claus Fleischer. Als Grund für die zweistufige Einführung nennt der Geschäftsleiter von Bosch eBike Systems die Tatsache, dass ABS komplett neu für die Branche ist: „Wir haben die Zeit in der Wintersaison genutzt, um die Hersteller und Händler zu schulen. Ab Herbst/Winter 2018 wird das Bosch eBike ABS dann im Handel erhältlich sein.“

Reduktion der Unfälle um 25 Prozent

Bosch hat das ABS für E-Bikes entwickelt, um die Verkehrssicherheit für den E-Biker und seine Umwelt zu erhöhen. „Die Bremsen der vergangenen Jahrzehnte haben das Radfahren einfacher und sicherer gemacht. Viele erinnern sich an die ersten Seilzugbremsen, dann Hydraulik- und Scheibenbremsen. Die Bremskraft hat sich also deutlich erhöht. Durch das ABS kommt jetzt noch einmal eine bessere Beherrschung dieser Bremskraft dazu. Vor allem in Momenten, in denen der Radfahrer schnell reagieren muss. Es bringt also mehr Stabilität“, so Fleischer im Interview.

Dank des eBike-ABS wird die Wahrscheinlichkeit verringert, dass das Vorderrad blockiert und wegrutscht oder das Hinterrad abhebt. Auf diese Weise lässt sich der Bremsweg reduzieren und das Risiko von Überschlägen und Stürzen verringern. „Beim Vorderrad-ABS überwachen Raddrehzahlsensoren die Geschwindigkeit beider Räder. Sobald das Vorderrad zu blockieren droht, regelt das Bosch eBike ABS den Bremsdruck und optimiert so die Fahrstabilität und Lenkbarkeit des eBikes“, erläutert Fleischer.

Einer Studie der Bosch Unfallforschung zufolge ließen sich bei einem flächendeckenden Einsatz des ABS die Zahl der Pedelec-Unfälle um bis zu 25 Prozent reduzieren.

Die Zukunft des eBike-ABS

Bei der Entwicklung des eBike-ABS hat Bosch mit dem langjährigen Partner Magura zusammengearbeitet, der ein spezielles Bremssystem gefertigt hat. In den Modelljahren 2018/19 ist das Bosch eBike ABS ausschließlich in dieser Kombination verfügbar. Das ABS ist mit allen Produktlinien von Bosch kompatibel, der Einsatz ist vor allem auf Trekking- und City-eBikes mit 28-Zoll-Rädern ausgerichtet. Fleischer ist vom Potenzial des eBike-ABS überzeugt: „Die Analogien beim Auto und beim Motorrad zeigen, dass solche Systeme zunächst eine Sonderausstattung im Premium-Segment sind, dann werden sie serienmäßig und in der unteren Preisklasse optional, und später gegebenenfalls gesetzlich vorgegeben. Ich glaube schon, dass ABS bei hochwertigen Pedelecs Standard wird.“ 

 

Quelle: Bosch eBike Systems

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