Twaice Batterie Labor

Wer sein Elektroauto weiterverkaufen will hat ein Problem: Ausgerechnet für das teuerste und wichtigste Teil seines Wagens, die Batterie, gibt es keine zuverlässige und unabhängige Bewertung.

Niemand weiß also, wie stark der Energiespeicher bereits abgenutzt wurde. Und schon gar nicht, wie lange er noch halten wird. Die Batterien von Elektrofahrzeugen kosten aktuell jedoch mehrere 10 000 Euro (ca. 30-50% Kostenanteil am Fahrzeug). Mit immer mehr Elektroautos auf dem Markt führt das zu einer hohen Unsicherheit im Gebrauchtfahrzeugmarkt, die der TÜV Rheinland und TWAICE nun auflösen wollen.

Wer sein Auto nach Scheckheft pflegt, hat beim Weiterverkauf starke Argumente. Die entscheidenden mechanischen Bestandteile des Wagens sind in einem nachvollziehbaren Zustand. Eine solche Sicherheit ist aber bislang aber nur für Autos mit Verbrennungsmotor möglich. Für Elektrofahrzeuge, bei denen die Batterie das wichtigste Bauteil ist, ist so eine Bewertung aktuell sehr schwierig, weil lediglich unzureichende und keine herstellerunabhängigen Informationen vorliegen.

Batterien sind komplexe elektro-chemische Systeme, deren Verschleiß von einer Vielzahl an Faktoren abhängt. Schnellladen ist zum Beispiel ein Thema, was den Akku schädigen kann. Die Zahl der Schnellladevorgänge reicht allerdings allein nicht aus. So muss bei der Beurteilung zum Beispiel auch die Temperatur betrachtet werden. Jede Batterie wird auf ihre eigene, charakteristische Weise benutzt und verschleißt deshalb auch individuell. Generelle Aussagen auf Basis der Kilometerzahl sind daher nicht sinnvoll.

Bei der Kooperation von TÜV Rheinland und TWAICE soll die Batterie mit Hilfe einer bestehenden Software zuverlässig bewertet werden. Die bereits in vielen anderen Bereichen erprobte Software von TWAICE erstellt einen digitalen Zwilling des Akkus und lässt präzise Aussagen zum aktuellen Zustand und der Restlebensdauer zu. Für Verkäufer und Käufer von gebrauchten E-Autos wird das eine dringend benötigte Sicherheit bieten. Über den tatsächlichen Wert eines gefahrenen Elektrowagens lässt sich aktuell kaum seriös urteilen, solange der Gesundheitszustand der Batterie nicht klar ist. „Wir freuen uns über die Kooperation. Denn wir sind uns sicher, dass wir uns gegenseitig mit unserem Knowhow ergänzen. Dadurch wird es zu einer guten Zusammenarbeit kommen“, sagt Dr. Karl Obermair, Program Director Future Mobility vom TÜV Rheinland.

Getestet wird in Deutschland. Es sollen noch in diesem Jahr diverse Elektrofahrzeuge mit der Software aus München in Dienst gehen. Die patentierte TWAICE-Software analysiert die Nutzung der Elektrofahrzeuge laufend mit Hilfe von analytischen Algorithmen und Künstlicher Intelligenz. Der daraus entstehende digitale Zwilling erstellt Prognosen zur Lebenserwartung jedes Akkus. Darauf aufbauend können Gewährleistungsversprechen geprüft oder ein Batterielabel angeboten werden, das die Qualität des Akkus unabhängig geprüft garantiert. Zudem können künftig zum Beispiel auch Werkstätten Fahrzeug-Gutachten erstellen. Die Kooperation soll einen Standard zur Zustandsbewertung der kostbaren Akkus liefern und somit eines der größten Bedenken von gebrauchten Elektrofahrzeugen auflösen. „Wir freuen uns mit dem TÜV Rheinland ein global anerkanntes Prüf- und Zertifizierungsunternehmen als Partner gewonnen zu haben, um Batterien zuverlässig und unabhängig zu bewerten“, sagt Michael Baumann, Geschäftsführer von TWAICE.

Quelle: TWAICE Technologies GmbH

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