Matthias Zink, Vorstand Automotive OEM bei Schaeffler: „Unser Produktportfolio im Bereich E-Mobilität enthält sowohl Systeme als auch Komponenten. Das sehe ich als Wettbewerbsvorteil.“

Die Redaktion von eMobilServer hat bei den Autozulieferern nachgefragt, wie das Thema Elektromobilität die Geschäfts beeinflusst, welche Pläne sie diesbezüglich haben und welche Antriebsarten und Technologien heute und in in Zukunft welche Rolle spielen. Anbei die Antworten darauf von Matthias Zink, Vorstand Automotive OEM bei Schaeffler Technologies.

Wie beeinflusst das Thema Elektromobilität Ihre Geschäfte?

Matthias Zink: Die E-Mobilität ist für uns eine Chance und eine Herausforderung zugleich. Grundsätzlich fallen in einem rein elektrisch betriebenen Fahrzeug viele Motorelemente weg. Mit unserem tiefen Systemverständnis im Antriebsstrang sind wir allerdings in der Lage, bei der Entwicklung von neuartigen Lösungen für die E-Mobilität federführend mitzuwirken. Unsere Chance besteht darin, den Wegfall bestimmter mechanischer Komponenten durch Systeme wie E-Achsen zu kompensieren. Bei Hybrid-Fahrzeugen, die nach unserer Einschätzung deutlich an Marktanteil gewinnen werden, nimmt unserer potenzieller Umsatz pro Fahrzeug sogar deutlich zu.

Welche Pläne mit Blick auf die Elektromobilität haben Sie?

Matthias Zink: Die Elektrifizierung bietet die Möglichkeit, Antriebsstränge zu vereinheitlichen und die klassische Verbindung zwischen Motor und Getriebe etwas aufzuweichen – und das kundenübergreifend. Das bietet die Chance, die Entwicklung komplexer Antriebsstränge direkt an Zulieferer wie Schaeffler auszulagern. Auch im Bereich der Speicher- und Ladesysteme haben wir neue Geschäftsfelder erkannt. Schaeffler möchte die Mobilität für morgen maßgeblich mitgestalten, nicht nur im Antrieb sondern auch im Chassis bis hin innovativen Fahrzeugkonzepten wie dem Schaeffler Mover oder auch dem Bio-Hybrid.

Welche anderen Antriebsarten, Technologien spielen und werden auch in Zukunft welche Rolle spielen, und welchen Anteil wird dabei die Elektromobilität haben?

Matthias Zink: Wir verfolgen den Ansatz, die Technologien anzubieten, die es unseren Kunden ermöglichen, die Ziele der Pariser Klimakonferenz zu erreichen. So haben wir beispielweise das „30/40/30“-Szenario vorgestellt, das mittlerweile von der Branche als realistisch eingeschätzt wird. Wir gehen davon aus, dass rund 30 Prozent der im Jahr 2030 gebauten Automodelle rein elektrisch angetrieben sein werden. Mindestens 40 Prozent werden mit Hybridantrieb ausgerüstet sein. 30 Prozent werden reine Verbrenner sein. Das bedeutet letztendlich, dass 70 Prozent von circa 120 Millionen produzierten Fahrzeugen einen Verbrennungsmotor beinhalten werden, aber ebenfalls 70 Prozent mit einem elektrischen Antrieb ausgestattet sind. Und auch die sukzessive Weiterentwicklung von konventionellen Antrieben und Hybridtechnologien ist unerlässlich.

Herzlichen Dank für das Interview, Matthias Zink.

Welche Pläne Bosch hat, erfahren Sie hier. Mehr über die Pläne der Autobauer können Sie an dieser Stelle lesen. (khof)

Quelle: Schaeffler Technologies

 

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